sturmwolfwolf


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Hallü ^.^ ja die meisten werden wissen was sich hier auf der Zusatzseite befindet odeR? Genau xD Hier hauen sich Rico und die bösen Jungs mal wieder die Köpfe ein +rofl+ Im Zeichen der schwarzen Feder. Jau.... also da Animexx zu lahm ist und alle schnell weiterlesen wollen muss ich das so machen +rofl+ Sonst bin ich ja immer alles nur am verschicken.... Nun, genug gelabert. Jetzt lest euch ma durch ^.^

 

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Prolog


Der Wind rauschte durch die grünen Nadeln der Fichten, die rund um den Weg standen. Ihr rauschen hörte sich an, als ob die Wölfe auf der höchsten Spitze des Berges heulen würden. Inmitten auf diesem Weg stand ein Mann. Er sah aus wie ein Mensch, doch seine rechte Hand verriet, dass es kein menschliches Wesen war. Die Hand des Wesens war mindestens dreimal so groß und hatte sehr feine, silberne Verzierungen, die nur von einem Zwerg gemacht worden sein konnten. Feine scharfe Klingen gingen an jedem der knorrigen Finger herauf, bis zu den Fingernägeln, die alle einer Kralle ähnelten. Obwohl das Wesen nur still dastand, hatte es doch eine sehr bedrohliche Aura um sich. Nun tat das Wesen mehrere Schritte, bei jedem Schritt trat eine Totenstille ein. Selbst die Tiere des Waldes verstummten. Als es schließlich an eine Stelle kam, wo der grelle Vollmond sein Gesicht erhellte, sah man die gelben Augen des Wesens. Das Wesen war ein Dämon! Unter einem langen schwarzen Mantel ragten nun auch die ledernen Enden der Schwingen heraus. Sie schleiften fast auf dem steinigen Boden. Der Dämon schaute sich noch ein letztes Mal um, nahm den Mantel ab und bereitete sich auf einen längeren Flug vor. Er streckte seine ledernen Schwingen und stieß sich fest vom Boden ab. Ein letzter Schatten fiel auf den Wald ehe der Dämon ganz verschwunden war. Was zurück blieb, war nur die Totenstille der Nacht.



Wellen der Hoffnung


Ein salziger Wind wehte durch das offene Fenster in einen kleinen Raum, welches zu einem der entlegensten Häuser der Gegend gehörte. Leicht murrend drehte sich etwas auf der kleinen Matratze, die in einer der Ecken des Raumes stand. Es erhob sich langsam und fing an sich zu strecken und gähnte dann herzhaft. Es war ein 16-jähriger Junge mit langen, dunkelbraunen Haaren. Langsam tastete er sich zum Fenster, da er noch geblendet vom Sonnenlicht war, welches ihm in sein gebräuntes Gesicht schien. Noch einmal gähnte der Junge und öffnete langsam seine Augen. Er atmete die salzige Luft tief ein. Dann öffnete er das Fenster so weit es ging und begann sich seine Kleidung, die aus einem braunem Wams und einer Hose bestand, anzuziehen. Er ließ sich viel Zeit, da er heute nichts sonderlich Wichtiges vorhatte. Als er fertig war, murrte ihm der leere Magen. Also schlich er sich langsam den Flur entlang, in dem viele Bilder und Statuten standen, insbesondere lag dort auf einem Tischchen ein verzierter Ring. Als er das Ende des Flures erreicht hatte, vergewisserte er sich noch einmal, dass er seine Eltern nicht geweckt hatte. Er war sich sicher dass sie nichts gehört hatten, da sein Vater laut schnarchte. Zu dieser Zeit war sich der Junge noch nicht bewusst, dass er, Rico, bald an einem ganz anderen Ort sein würde.

Als er nach dem Frühstück das Haus verließ, schaute er noch einmal auf das Meer. Die Sonne spiegelte sich auf dem Meer. Dann ging Rico los, in Richtung Weiden, wo die Rassepferde der Familie standen. Seine Familie war wohlhabend, eben wegen dieser Pferde, die schon seit Generationen gezüchtet wurden.

Er ging den kleinen Waldweg entlang, bis brüllende und kreischende Geräusche zu hören waren. Rico rannte los, obwohl er nichts hatte um sich zu verteidigen oder anzugreifen. Es war ihm egal. Wenn einige dieser Pferde sterben würden, wäre dies seine Schuld, das wusste er genau, da seine Eltern wirklich streng mit ihm waren und er hätte längst schon bei den Pferden sein sollen. Als Rico die Weide erreichte, sah er wie vogelähnliche Wesen wild über die Weiden flogen, in der Hoffnung ein paar der flüchtenden Pferde mit ihren scharfen Klauen zu fangen. Doch als sie den braunhaarigen Wuschelkopf erblickten, nahmen sie sofort Reißaus. Rico stand ein wenig unter Schock, schaute sich noch einmal gründlich nach allen Seiten um bevor er seinen ganzen Mut aufbrachte um sich auf die Weide zu bewegen und den ängstlich schnaubenden Pferden wieder Mut zuzusprechen. Einige kamen sofort auf ihn zugerannt, andere jedoch waren verletzt oder hatten etwas Draht an ihrem Körper. Was auch immer gerade hier geschehen war, hatte Rico schon längst wieder vergessen, denn nun musste er sich um die Pferde kümmern. Er streichelte ihnen behutsam über die Nüstern und Blessen bis sie sich beruhigt hatten. Dann begann er den anderen vorsichtig den Draht aus den zitternden Körpern zu ziehen. Rico zählte die Pferde nervös. Es waren alle noch da. Jedoch wusste er eines ganz genau: Noch einmal würden die Pferde nicht auf die Weide kommen. Schnell rannte er zurück zum Haus und holte ein paar Pfeile aus seinem Zimmer. Dann öffnete er das große, morsche Tor des Stalls und packte sich Bogen und ein paar Stricke. Rico wollte die Pferde so schnell wie möglich von der Weide holen, und so machte sich wieder auf den Weg. Diesmal schlenderte er nicht sonder lief direkt los, Pfeile und Bogen als Schutz und Angriffsmaßnahme. Noch einmal wollte er diese Wesen nicht sehen. So brachte er im Laufe des Tages alle Pferde zurück in den Stall. Als seine Eltern ihn nach den Ereignissen fragten gab er nur eine kurze Antwort von sich, die noch nicht einmal der Wahrheit entsprach: „Wölfe!“



Pechschwarzer Tag


Als Rico am nächsten Tag wieder aufwachte, hatte er ein komisches Gefühl in der Magengegend. Er schaute nach draußen, der Himmel war pechschwarz, so als ob viele Schatten die Sonne verdeckten. Es müsste normal schon hell sein, dass wusste Rico. Er fühle sich unwohl und tastete sich zum Fenster vor. Als er es erreicht hatte, bemühte er sich etwas erhaschen zu können, einen Baum oder wenigstens ein Stück Wiese. Doch je länger er seinen Blick in der schwarzen Gegend schweifen ließ, desto mulmiger wurde es ihm. Rico fing an zu lauschen. Leises Rascheln war von draußen zu hören. Erst dachte er nur an Kaninchen oder so etwas, jedoch bekam er es mit der Angst zu tun, als er plötzlich einen Mann mit Fackel in der Hand sah. Schnell duckte er sich, sodass er durch seine Fensterbank geschützt war. Ein Klirren war zu hören. Etwas schien außerhalb des Hauses heruntergefallen sein. Rico zuckte zusammen. Der Mann kam dem Haus näher und starrte mit leerem Blick in Ricos Zimmer. Der Junge schaute ein Stück unter der Fensterbank hervor, wich jedoch sofort wieder zurück als er sich beobachtet fühlte. Als der Mann sich versichert hatte dass niemand in diesem Zimmer war, drehte er sich um und schien etwas auf der Wiese zu suchen. Rico wagte sich hervor und schaute ganz vorsichtig mit einem Auge auf den Mann. Er kannte ihn nicht, er schien auch nicht aus dieser Gegend zu kommen. Sein Haar war ziemlich lang und behinderte ihn fast beim gehen, weshalb er es sich um seine Hüfte gebunden hatte. Anstatt einer Hose, trug er einen weiten Rock der den Boden schleifte. In seinem Gesicht waren dunkle Verzierungen angebracht… Rico wusste nicht aus was sie bestehen könnten. Auf seinem Rücken war ein großer Stab mit scharfer Klinge festgeknotet, sie schien jederzeit einsatzbereit. Rico erschrak, als er eine riesige Wunde in der Nähe des Herzes entdeckte. Jeder normale Mensch wäre an einer dieser Wunden gestorben, doch dieser lebte. Rico fragte sich ob es wirklich ein Mensch war und beugte sich weiter nach vorne, um den Mann besser sehen zu können. Doch er hatte nicht damit gerechnet dass sich der Mann in diesem Augenblick aufrichtete. Er hielt etwas seltsam Glänzendes in seiner Hand. Als das Licht der Fackel auf den Gegenstand fiel, blendete er Rico, sodass er starr vor Schreck nach vorne kippte und dabei sämtliches Zeug von seiner Fensterbank räumte. Es klapperte und klirrte, der Mann starrte zum Fenster, ließ den glänzenden Gegenstand fallen und verschwand in der Dunkelheit. Rico stand unter Schock. Wer war das gerade? Und vor allem was wollte er hier?

Viele Gedanken flogen in seinem Kopf umher, er erinnerte sich auch wieder an diese Vogelmenschen von gestern. Doch irgendwann überkam ihn der Schlaf, doch er konnte nicht ruhig schlafen. Er dachte immer wieder an diesen Mann… an den starren, leeren Blick. Er hatte Angst verspürt und jedoch auch Trauer, wobei er nicht wusste warum er Trauer empfand.

Als Rico wieder aufwachte war es endlich hell. Schnell schnappte er sich den alten Bogen und die Pfeile und sprang aus dem kleinen Fenster. Er lehnte den Bogen an die Fachwerkswand und krabbelte auf der Wiese herum. Rico suchte das glänzende Ding was dieser Mann fallen gelassen hatte. Als er die Suche fast aufgegeben hatte, empfand er einen stechenden Schmerz in seiner rechten Hand. Er schrie auf, hielt den Gegenstand den er erhascht hatte jedoch weiter fest. Langsam öffnete er die schmerzende Hand und was darin lag, verwunderte ihn. Es war ein Kristall der an einer silbernen Kette befestigt war. Der Kristall war messerscharf und hatte eine rötliche Farbe durch Ricos Blut.

Er ging mit dem Stein zum Meer und wusch ihn ab. Dann riss er ein Stück seines Hosenbeines ab und verband seine Hand. Als er sich wieder aufrichtete, spürte er einen kalten Atem in seiner Nähe. Schlagartig drehte Rico sich um und sah den Mann, der den Kristall verloren hatte. Langsam machte er Schritte auf Rico zu. Als er Rico erreicht hatte blieb er stehen und drehte sich in Richtung Meer.

„Gib mir den Kristall wieder, Junge.“, sagte er mit beruhigender Stimme. Er machte keine Anstalten sich zu bewegen. „Ich gebe ihnen den Kristall erst wieder wenn sie mir sagen was sie damit vorhaben!“. „Gib mir den Kristall jetzt wieder Junge.“ Diesmal war seine Stimme mit Zorn erfüllt und er schaute Rico an. Sein leerer und starrer Blick fühlten sich wie ein Stich in Ricos Herz an. „Nein! Ich gebe ihnen den Kristall nicht wieder! Ich denke dass sie ihn für etwas Böses verwenden wollen!“, nuschelte Rico und drückte seine Hand fester zusammen, wobei er sich erneut ins Fleisch schnitt. Der Mann verzog sein Gesicht und mit Zorn erfüllt packte er Rico am linken Arm. „Wenn du mir diesen Kristall nicht sofort wiedergibst Junge, dann...“ Weiter konnte er nicht reden, da der Kristall in Ricos rechter Hand anfing Energie auszustrahlen. Der Mann wurde weggeschleudert und rieb sich mit schmerzverzerrter Mine seine Hand. Dann holte er einen kleinen Beutel aus seiner Rocktasche und streute rotes Pulver über sich. Im nächsten Moment war er verschwunden. Rico starrte auf den Kristall und fragte sich, warum der Mann den Kristall haben wollte. Mit diesen Gedanken stand er am Strand und schaute auf das unendlich erscheinende Meer.


Der Neue


Rico ging zum Mittagessen wieder nach Hause, erzählte jedoch nichts von der Begegnung, sondern tat so als ob er gerade erst aufgestanden war. Seinen Eltern zeigte er seine Hand nicht und es wurde ein stilles Mittagessen, da Rico sich nicht verplappern wollte. Als sie fertig waren, kamen sie doch ins Gespräch.

„Rico, du weißt dass ein Mann ins Dorf gezogen ist, oder?“. „Nein Vater, ich war schon lange nicht mehr im Dorf. Aber warum sagst du mir das?“, fragte Rico, in Gedanken war er jedoch schon längst wieder bei dem Kristall. „Rico, ich möchte dass du zu ihm gehst und im eines unserer Pferde anbietest. Soweit ich weiß ist er ein Jäger, und da kann man so ein Pferd schon mal ganz gut gebrauchen.“ Das war wirklich die Art von Ricos Vater. Ihm lag nicht viel an den Pferden, deshalb wollte er sie auch schnell für viel Geld loswerden. Natürlich war er auch zu faul um selbst die 7km in das Dorf zu laufen, weshalb er immer Rico schickte.

Also ging Rico noch schnell in sein Zimmer, hängte sich den Kristall um den Hals und lief ins Dorf zu dem Mann. Es kam ihm seltsam vor, dass der Kristall ihn nicht ins Fleisch schnitt.

Als er endlich angekommen war suchte er den Mann auf. Man konnte das Haus schon vom weitem sehen. Es war ein altes Backsteinhaus mit einer knarrenden Eichentür. Rico kannte das Haus nur zu gut, früher hatten seine Großeltern dort gewohnt. Als er angekommen war, klopfte er sachte an die Tür. Blitzartig öffnete sie sich und dort stand ein anscheinend wohlhabender Mann. „Hallo Junge. Was willst du hier?“. Er hatte eine eher tiefe Stimme und schien recht freundlich zu sein. „Guten Tag. Mein Vater schickt mich. Ich soll sie fragen ob sie eines unserer Pferde kaufen wollen. Er meinte sie wären Jäger?!“. Fragend sah Rico ihn an, weil er eher an einen Adeligen erinnerte. Der Mann lachte. Rico war es nun unangenehm. „Ja, ich bin ein Jäger.“, er beugte sich tiefer zu Rico „Aber ich kaufe keine alten Klepper!“, murmelte er Rico ins Ohr. Rico verzog das Gesicht. Seine Familie züchtete die weltbesten Pferde der ganzen Region und dieser Mann bezeichnete diese Zuchtpferde als alte Klepper. „Ähm, wir verkaufen die besten Pferde der Region“, meine Rico achselzuckend. Die Augenbrauen des Mannes schossen nach oben. „Aha, dann weiß ich wer du bist. Na dann, ich suche wirklich ein Pferd. Rein mit dir Junge!“, er schlug die Tür weit auf, Rico hatte sich verdoppeln können so weit stand sie offen. „Ich heiße Arthur. Du bist dann bestimmt Rico oder?“, und er streckte Rico seine riesige Hand entgegen. Rico runzelte die Stirn. „Ähm, woher kennen sie mich?“ Schnell packte er auch Arthurs Hand und schüttelte sie. „Naja, ich habe schon lange die Zucht eurer Pferde verfolgt. Ich würde mir gerne eines zulegen. Wenn du willst können wir gleich einen Termin ausmachen damit ich mir eure Pferde mal anschauen kann!“ Er lächelte und ein breites Grinsen zeigte seine großen, dicken Zähne. Rico erschauerte und zog seine Hand zurück. „Ähm, ist gut. Morgen wäre recht. Muss Pferde erst von Weide h-holen“, stotterte Rico. Er wusste selber nicht wieso aber irgendwie bekam er Angst vor dem Mann. „Okay dann bis morgen Junge!“

Schnell hastete Rico zur Tür. Dieser Mann hatte etwas Ungewöhnliches an sich. Als Rico endlich spät abends nach Hause kam, ging er zuerst in den Stall. Er wollte nach einem guten Pferd für den Mann suchen. Er wählte ein gutes Reitpferd aus, dass jedoch auch ein starkes Gemüt hatte. Namen hatten die Pferde nicht, da sie ja so schnell wie möglich wieder verkauft werden sollten. Als er das Pferd gestriegelt und geputzt hatte ging er ins Haus. Seine Eltern erwarteten ihn schon und so erzählte er es allen. „Morgen also… welches Pferd wollen wir vergeben?“ „Ich habe den Friesen schon fertig gemacht. Ich dachte es ist okay.“ Ricos Vater grinste. „Genau, das wäre auch meine Wahl gewesen. Gut gemacht!“ Mit diesem Lob ging Rico ins Bett. Doch bevor er einschlief hängte er den Kristall von seinem Hals, und legte ihn auf den kleinen Nachttisch neben seinem Bett. Er dachte noch einmal über den Mann nach, und mit diesen Gedanken schlief er ein.


Gerüchte


Rico wachte am nächsten morgen unter seiner Decke auf. Irgendetwas stimmte nicht, draußen war es still, so still dass noch nicht einmal die Vögel sangen. Rico tapste langsam an die beschlagenen Scheiben. Er wischte sich einen Fleck zum schauen frei. Er entdeckte nichts Außergewöhnliches. Es war inzwischen ein Monat vergangen und der Winter mit seinem eisigen Atem war eingetreten. Trotzdem zog sich Rico seine wärmeren Klamotten an und suchte den Dolch, den er einmal geschenkt bekommen hatte. Dann hängte er sich den Kristall um, es war schon eine seiner Angewohnheiten. Er hatte alle Ecken und Kanten des Kristalls untersucht, kannte jeden Kratzer von ihm. Er wusste zwar immer noch nicht warum der Kristall ihn beschütze, aber es war ihm vorerst noch egal, da er es irgendwann schon noch herausfinden wollte.

Rico unterließ es neuerdings zu frühstücken, da seine Familie jetzt sparen musste. Der neue Mann aus dem Dorf hatte sich zwar den Friesen gekauft, jedoch war er am nächsten Tag tot im Wald aufgefunden worden, neben ihm das tote Pferd. Keiner wusste damals was los war. Seitdem gingen die wildesten Gerüchte herum. Es wäre das Pferd gewesen, das den Mann getötet hätte. Von da an kaufte keiner von ihnen mehr die Rassepferde.

Das war schlecht, da im Winter meistens die teuersten Pferde verkauft wurden. Jeden Winter kamen Adlige durch das Land und wollten meistens ein gutes Pferd unter sich haben.

Rico stocherte ein wenig im Kamin herum. Er versuchte so wenig Holz wie möglich zu verbrauchen. Der Kamin knisterte lustig vor sich hin und ließ seine Funken herumtanzen. Ricos Mutter kam in das Zimmer herein in dem Rico saß. Sie schaute ihren Jungen an, schnappte sich spontan ein Stück Brot und drückte es Rico in die Hand. „Rico, du solltest wirklich etwas essen. Ich weiß es ja zu schätzen dass du nicht mehr viel isst. Aber ich mache mir langsam Sorgen um dich!“ Rico ließ sich das nicht zweimal sagen und schlang das Stück Brot herunter wie ein halbverhungertes Wildschwein. Er war seiner Mutter dankbar, denn sie dachte immer erst an ihn. Ihre rehbraunen Augen ruhten auf den kleinen, lodernden Flammen. Das braune Haar hatte sie geflochten und ihr Kleid hatte ein frisches grün. Rico sah ihr ähnlich, jedoch hatte er eher orangene Augen. Die Augenfarbe war ungewöhnlich für einen Menschen, aber Rico war s egal was andere über ihn dachten. Langsam rappelte er sich auf um im Dorf etwas zu essen zu kaufen. „Mutter, ich gehe ins Dorf und bringe ein paar Vorräte mit.“ Rico winkte ihr. „Nimm dir ein Pferd, Rico!“ Das wiederum war nun sehr ungewöhnlich. „Ein Pferd, aber wieso? Ich bin doch gut zu Fuß.“ „Rico, ich hab gesagt nimm dir ein Pferd. Ich mein es ernst. Bitte!“ Rico wollte seine Mutter nicht verärgern also willigte er ein und schleppte sich in den Stall. Er nahm den jungen Zuchthengst. Es war das einzigste Pferd das Rico blind vertraute. Schnell war er gesattelt und Rico ritt los. Reiten konnte Rico wie der Teufel. Als er es endlich ins Dorf geschafft hatte, sah er wie die Adeligen durch das Dorf strömten. Es waren wie immer nicht gerade wenig und Rico freute sich, dass er den Zuchthengst mitgenommen hatte. Seine Mutter hatte wahrscheinlich genau damit gerechnet. Rico verlangsamte das Pferd und ritt würdevoll auf ihm in Richtung Juwelier. Er suchte heimlich immer Steine, manchmal fand er sogar Diamanten in den Nestern der Elstern und in kleinen Höhlen. Manche waren richtig viel wert, und Rico hatte schon ein ganzes Vermögen durch sein Hobby. Er erzählte seinen Eltern nichts davon, denn so konnte er sich auch manchmal gute Sachen leisten. Heute hatte er wieder viele Steine gefunden.

„Oh, du bist es Rico!“ Der alte Mann im Laden freute sich immer wenn Rico kam. „Guten Tag. Ich muss mich heute etwas beeilen, weil ich heute mit einem unserer Pferde gekommen bin“ Rico packte die vielen Steine aus und legte jeden behutsam auf den Tisch. „Oho!“ Der kleine Mann starrte auf die Steine. Dann legte er einen richtigen Haufen Gold auf den Tisch, soviel wie Rico nie erwartet hätte. Schnell steckte Rico alles ein und lief zurück zu seinem Pferd. Eine ganze Schar Leute waren um das Pferd versammelt. Es waren die Adligen die das Pferd betrachten. Rico kämpfte sich durch die Menge und streichelte sein Pferd über die Nüstern. Viele der Leute waren an dem Pferd interessiert und so nahm Rico sie alle mit zum Stall der Familie als er mit seinen Einkäufen fertig war. Sein Vater war im Stall und pflegte die Pferde. Als Rico mit bestimmt 5 der Adligen hereinkam strahlte sein Vater über das ganze Gesicht. An diesem Tag verkauften sie viele Pferde, da manche der Adligen direkt mit mehreren Pferden den Stall verließen.

Also hatten die Gerüchte den Namen des Hofes doch nicht verschlechtert. Unter den Adligen waren die Zuchtpferde ein angesagtes Thema. Damit war das Thema sparen beendet. Ricos Vater ging schon einmal ins Haus. Rico blieb noch ein wenig bei den restlichen Pferden.


Das Schicksal


Rico wollte erst später ins Haus gehen, doch plötzlich drangen schmerzerfüllte Schrei vom inneren des Hauses. Rico riss die Stalltür auf und das was er sah, war schrecklich. Das Haus stand in Flammen und drinnen waren Schreie und Stimmen zu hören. Rico zögerte nicht ins Haus zu rennen. Er hielt sich den Ärmel vor den Mund und ging hinein. Brennende Balken fielen vom Dach und beinahe trafen sie ihn. Rico fühlte die Hitze nicht, der Kristall hatte anscheinend einen Schutzschild um Rico aufgebaut. Als er endlich das Wohnzimmer erreichte war es schon zu spät. Dort stand der Mann mit den langen Haaren der den Kristall verloren hatte. Ricos Vater machte letzte Bewegungen und erschlaffte dann. Seine Augen wurden trüb und er wurde auf den Boden fallen gelassen, wo er leblos liegen blieb. Nun drehte sich der Mann zu Rico um und wieder fühlte sich sein leerer, starrer Blick wie ein Stich in Ricos Herz an.

„Ich hatte dich gewarnt, Junge! Nun ist es zu spät. Ich werde dich nicht leben lassen. Du wirst heute zusammen mit deinen Eltern sterben und es wird wie ein Unfall aussehen!“ Er lachte. In Rico stieg abgrundtiefer Hass auf und er stürmte auf den Mörder zu. Doch dieser packte Rico am Hals und rannte auf eine der Wände zu. Er war so schnell, dass er die Wand durchbrach und bald stand er außerhalb des Hauses. Rico verließ die Kraft. Anscheinend hatte der Mann doch Recht und er würde heute sterben. „Junge, ich dachte du wärst stärker, vor allen durch diesen Kristall. Er verleiht unglaubliche Kraft wenn man weiß wie man ihn einsetzt!“ Rico schloss seine Augen und konzentrierte sich auf Hilfe. Er rief es immer wieder in seinem Kopf. Immer und immer wieder. Er wusste nicht warum er das tat, jedoch schien der Kristall etwas zu tun. Er strahlte hellgrün auf und schwebte in der Luft. „Aber… ! WAS? Woher kannst du...? Wieso kann ich nicht...? WAS! “Der Mann schien völlig außer Rand und Band und schlagartig zog er seine kurzen, gnubbeligen Finger zurück und packte den Stab mit Klinge und schaute sich wirr in alle Richtungen um. Rico wurde bewusstlos. Als er aufwachte, roch es nach Blut. Er rappelte sich schnell auf und schaute sich um. Allzu lange konnte er nicht geschlafen haben. Als er wieder auf seinen Füßen stand, brannte das Haus immer noch. Dann ein Schrei und ein dumpfer Klang. Rico drehte sich um und dort kämpfte ein Mann mit ledernen Schwingen und der Mörder von Ricos Eltern. Er fiel zu Boden und der Dämon verpasste ihm einen letzten Schlag. Dann holte er ein Fläschen heraus, das mit reinem Quellwasser gefüllt war. Er schüttete etwas über die Klinge und reinigte sie so. Er erledigte es sehr sorgfältig, wobei es mit der einer seiner Hände ziemlich schwer erschien, weil diese viel größer als die andere war. Jedoch konnte er geschickt mit der Hand umgehen. Dann drehte er sich um, Rico sah ihn musternd an, er hatte keine Angst vor ihm. Der Dämon ging immer näher auf Rico zu. Das Schwert hatte er schon eingesteckt.

„Hat er deine Eltern getötet?“ Er fragte es sehr vorsichtig. „Woher weißt du dass sie tot sind? Wer bist du und warum hast du mir geholfen?“ Rico war aufgelöst. Es waren so viele Dinge geschehen. „Ich werde dir deine Frage beantworten Rico. Wie du siehst bin ich ein Dämon, ein Wächterdämon. Ich bewache schon länger diesen Kristall den du bei dir trägst. Bin sozusagen ein Teil von ihm. Ich habe alles miterlebt was du bisher getan hast und vorhin hast du nach mir gerufen… du dachtest nach Hilfe. Du hast es in deine Seele hinein gerufen, dort wo ein Teil von mir ist-„

„Du bist in meiner Seele? Wegen dem Kristall? Warum bist du nicht früher hergekommen? Als meine Eltern noch lebten?! WARUM?“ Rico schrie den Dämon an. Doch dieser nahm es mit Würde. „Ich konnte nicht solange du nicht nach Hilfe gerufen hattest. Wäre ich dann gekommen wäre ich gestorben. Ich heiße übrigens Silver“ Silver streckte Rico seine Hand hin, jedoch Rico machte nichts. Es kam ihm vor wie ein Traum. Silver nahm seine Hand zurück und ging vor Rico. Rico sah nach unten, er wollte jetzt niemanden sehen. Der Tod seiner Eltern, der Mann, Silver, die Vogelwesen… das alles verwirrte Rico mehr und mehr. Silver… er war ein Dämon und er beschütze Rico. Doch Rico war so erschöpft, dass er sich langsam taumelnd auf die Wiese sinken ließ und einschlief, den Kristall in beiden Händen festgehalten.





Silver


Es rauschte. Rico wusste noch nicht wo er war. Über ihm lag eine warme Decke. Ein Feuer loderte in einem Kamin. Rico öffnete langsam seine orangene Augen und sah nach oben. Eine Decke mit großen, verzierten Balken war zu sehen. Es war anscheinend ein altes Haus. Rico setzte sich auf. Er ließ seinen Blick einmal durch den ganzen Raum schweifen. Überall hingen Bilder und alte Wappen. Rico bemerkte den Kristall neben ihm auf einem kleinen Holztisch. Er legte sich den Kristall um und stand auf. Er schlenderte mit unsicheren Tritten zur Tür und öffnete sie. Im nächsten Zimmer saß Silver mit ausgebreiteten Schwingen und verarztete seine Wunden. Als er die Schritte hörte drehte er seinen Kopf zur Seite. Rico begrüßte Silver freundlich. Er war ihm dankbar, dass Silver ihn mitgenommen hatte, denn das Haus schien ihm zu gehören.

„Geht es dir wieder besser Rico?“ Schnell räumte er einen zweiten Sessel frei, der mit Verbänden und Nadeln voll war. Rico setzte sich in den nun freien Sessel und schaute Silver noch einmal an. Jetzt erst viel ihm seine rechte, abnormale Hand auf.

„Was ist mit deiner Hand passiert? Warum sieht sie so komisch aus?“ Rico konnte sich es nicht verkneifen nachzufragen. Silver senkte seinen Blick auf seine rechte Hand. „Meine Hand… sie ist erst so geworden als ich Wächter wurde. Sie hat unglaubliche Kräfte, jedoch würde ich die Kontrolle über sie verlieren wenn ich nicht dieses Silberglas hätte. Ein Zwerg schmiedete es mir. Man nennt solch eine Hand „Todesklaue“ Früher war ich auch kein Dämon, vielleicht kommt es daher?!“

„Du warst kein Dämon? Was soll das heißen? Könnte ich auch ein Dämon werden?“ Nun war Ricos Neugier geweckt. „Rico, ich kann es dir nicht erzählen. Das braucht noch seine Zeit, glaube mir.“ Obwohl Rico es sehr gerne gewusst hätte, bohrte er nicht weiter nach. „Soll ich dir helfen deine Wunden zu versorgen?“, fragte Rico. Er war ein sehr hilfsbereiter Mensch, gutherzig, mutig aber auch ängstlich. Silver grinste, dabei entblößte er spitze, scharfe Zähne. Sie glichen denen eines Vampirs, Rico kannte Vampire jedoch nur aus Legenden und Geschichten von Gauklern. Silver erhob sich und holte Verbände, Nadeln, Fäden und verschiedene Salben. „Ich habe an meiner Schwinge eine Wunde die genäht werden muss, aber ich komme nicht daran. Ich wäre dir sehr dankbar wenn du das erledigen könntest.“ Rico hatte noch nie eine Wunde genäht. Leicht erschrocken nahm er eine der Nadeln und einen längeren Faden. „Du hast noch nie eine Wunde genäht, oder Rico?“ Silver erkannte wirklich schnell Schwächen und Stärken von anderen. Rico schüttelte den Kopf. „Das ist kein Problem, es ist leichter als richtiges Fleisch zu nähen. Stell dich hinter mich und suche die Wunde…“ Silver erklärte Rico ganz genau was er zu tun hatte und schnell war die Wunde genäht. Schon wieder grinste Silver. „Rico, du lernst ja echt schnell. Aber du willst den Kristall doch bestimmt behalten, oder?“ „Ja, natürlich. Warum fragst du?“ Nun war Rico völlig irritiert. „Wenn du den Kristall behalten willst, musst du ihn auch schützen können. Ich werde nicht immer für dich da sein, also musst du das kämpfen lernen. Welche Waffe willst du beherrschen?“ Silver wurde ernst. Er führte Rico in einen Raum. Dieser war bis oben hin voll von den verschiedensten Arten Waffen. Rico schaute sich um, jedoch fiel ihm sofort ein Paar in die Augen. Sie gefielen ihm. Er hatte eine Art Kurzschwert in der Hand. Die Klinge war gebogen und an einem Griff befestigt. Wenn man den Griff in die Hand nahm, ließ es sich gut mit dieser Waffe schlagen. Die Klinge war blutrot und wie eine Flamme verziert. „Willst du diese? Du bist flink genug, du könntest ein wahrer Waffenmeister darin werden. Ich kann sie nicht beherrschen, wegen meiner Todesklaue. Aber ich kann dir zeigen wie man damit kämpft. Sie heißen im übrigen Feuersensen.“ Silver wählte keine Waffe. Er benutze seine Todesklaue zum kämpfen. Sie gingen nun einen Raum weiter. Der Raum war leer und hier übten sie das kämpfen. Als Silver und Rico erschöpft waren, wobei Rico schon an seine Grenzen gestoßen war, hörten sie auf.

„Du bist gut!“ Silver erkannte Ricos Talent sofort. Rico ließ sich auf den Boden fallen und schnell war er eingeschlafen. Silver lachte und verließ den Raum.


Zauberstein und Drachenklaue


Am nächsten Morgen wachte Rico mit starkem Muskelkater auf. Er lag immer noch am Boden wo er am Vortag eingeschlafen war. Die Waffen hatte er zwar nicht mehr in seinen Händen, aber trotzdem taten sie ihm auch weh. Langsam stand er auf und streckte sich. Nun suchte er den Raum nach seinen Waffen ab, als er sie nach langem suchen immer noch nicht fand, gab er die Suche auf und ging in das Wohnzimmer. Dort saß Silver wieder wie am Vortag in einem der beiden Sessel. Er fing an zu lachen als er Ricos verschlafenes Gesicht sah. Rico hatte seine Augen noch immer nicht richtig aufgemacht und er gähnte noch verschlafen. Dann setzte er sich zu Silver. Silver nahm etwas vom Tisch und gab es Rico. Rico wusste nicht was es war also nahm er es vorsichtig und musterte es genau. Noch wusste er nicht was er damit anfangen sollte, deswegen ließ er es unbeachtet in seiner Hand liegen. Silver lachte. Dann nahm er auch einen Stein. Rico sah dass es ein gleicher Stein war und beachtete nun den Stein wieder.

„Lass ihn schweben, Rico!“, krächzte Silver. „Ich soll was? Wie soll ich das denn anstellen? Soll ich ihn wegwerfen?“ Rico war irritiert. Silver lachte höhnisch. „Sag mir jetzt nicht, dass du noch nicht einmal einfache Zauber kannst.“ Er grinste und vor lachen liefen ihm sogar Tränen über die Wangen. „Zaubern? Wie geht denn Zaubern? Kann ich es noch lernen?“ Silver wischte sich die Tränen weg und sagte Rico ein paar Dinge an die er denken sollte. Rico legte den Stein auf seine flache, kalte Hand und dachte krampfhaft nach. Dann rukelte der Stein auf der Hand und erhob sich ein kleines bisschen in die Luft. Rico riss seine Augen auf und starrte auf den Stein der prompt wieder runterfiel. Dann war Rico von sich enttäuscht und sah den Stein böse an. Diesmal bewegte er sich nicht. Rico schmiss ihn gegen die Wand und regte sich auf. Silver lachte und kippte schon fast vom Stuhl. Dann ließ er den Stein zu sich schweben und legte ihn auf den Tisch. An der getroffenen Stelle ein kleines Loch.

„Rico, so geht das nicht. Du musst Geduld mit dir haben und nicht direkt den Stein gegen die nächste Wand schleudern.“ Rico meckerte herum, bockte und gab sich schließlich siegessicher und verließ das Zimmer. Silver schüttelte den Kopf. „Nein Rico, so geht das wirklich nicht.“, sagte er in den leeren Raum hinein.



Im Wind der Vergangenheit


Am Abend saß Rico auf seinem Bett und dachte nach. Dann entschloss er sich noch einmal zu Silver zu gehen. Langsam öffnete er die Tür. Er schaute in den Raum hinein und Silver stand vor dem Kamin und schien sich zu wärmen.

„Ähm… Silver?“ Der Dämon drehte sich um und sah Rico an. „Was ist los Rico? Möchtest du etwas Bestimmtes?“ Rico schaute zu Boden. „Ich wollte mich… ich wollte mich entschuldigen das ich vorhin so schnell aufgegeben habe… ich möchte es gerne noch einmal probieren wenn du mir das erlaubst.“ Silver grinste. Er deutete auf einen Stuhl der in der Nähe stand und ließ einen Stein herbei schweben. Rico bemühte sich und nach langen probieren schaffte er es den Stein durch den ganzen Raum schweben zu lassen. „Gut Rico. Das reicht für heute. Geh nun schlafen.“ Doch Rico schien nicht schlafen zu wollen. „Rico, was ist de-“ Rico schaute Silver an. „Silver? Was war das für ein Mann? Und was ist mit dem Hof und den Pferden?“ Silver schüttelte den Kopf. „Der Hof ist abgebrannt, das hast du ja gesehen. Die Dorfbewohner haben das Feuer nicht bemerkt. Die Pferde sind frei. Sie sind ausgerissen und laufen durch Wälder und Wiesen. Und der Mann…“ Silver stockte. „Was war der Mann, wer war er und warum wollte er den Kristall? Ich verstehe das alles nicht!“ Silver lief eine Träne über die Wange. „Rico geh jetzt bitte schlafen.“ Silver drehte sich weg. Rico stand auf und ging zur Tür. Bevor er den Raum verließ schaute er noch einmal kurz zu Silver.

Um sich abzulenken übte Rico noch einmal mit dem Stein. Er übte solange bis ihm Schweißperlen über die Stirn liefen. Er ließ sich aufs Bett fallen, jedoch war es in dem kleinen Raum so warm, dass Rico sich entschloss das Fenster zu öffnen. Nun sah er auch wo er war. Er befand sich in einem Haus das auf einem Berg stand. Weit und breit war kein Dorf zu sehen. Nur Wald und ein paar Berge erstreckten sich bis zum Horizont, wo der Mond fast senkrecht über die Wipfel schien. Ein sanfter Wind wirbelte Ricos Haare durcheinander und er genoss die Stille die über dem entlegenem Ort lag. „Wo auch immer ich sein mag… es ist hier wunderschön“, sagte Rico zu sich. Der Kristall der wie jeden Tag um seinen Hals hing leuchtete in einem silbrigem blau auf und Rico fühlte sich voller Kraft. Er hätte Wände ausreißen können. Plötzlich flüsterte etwas. Rico schaute auf den Kristall der zu schweben schien. „Du! Du der des Dämons Lehrling ist… pass auf dich auf. Das Böse wird kommen wenn des Himmels Geschenk dich erreicht. Sei bereit dich zu verteidigen wenn die Zeit gekommen ist.“ Dann hörte der Kristall auf zu schweben und ließ sich hängen. ‚Wenn des Himmels Geschenk mich erreicht? Was hat das zu bedeuten?’, Rico dachte darüber nach, jedoch wollte ihm der Sinn dieses Satzes nicht in den Kopf gehen. Wieder strich ihm der Nachtwind in den Haaren und um das Gesicht wie eine kalte Hand. Rico stand noch eine Weile so da. Nach einiger Zeit legte er sich jedoch schlafen.




Shadow, Schattenkrieger


Leise prasselten Regentropfen gegen die beschlagenen Scheiben des Raumes. Rico schlug langsam seine Augen auf. Er starrte noch eine Weile einen der Eichenbalken an, bis er dann aufstand. Er streckte sich noch einmal und gähne dabei herzhaft. Nachdem er den Kristall umgelegt hatte, ging Rico hinaus. ‚Hoffentlich geht es Silver heute wieder etwas besser’ dachte Rico bei sich als er das Zimmer betrat in dem Silver wie üblich saß. „Silver?“

Silver schien zu schlafen und Rico ging näher zu ihm um ihn aufzuwecken. Er streckte die Hand aus um ihn zu schütteln als ihn der Dämon mit einer blitzschnellen Bewegung am Hals packte. „Oh, du bist es Rico. Entschuldige.“ Er ließ den braunen Wuschelkopf wieder herab der dann eifrig nach Luft schnappte. Als er sich wieder einigermaßen gefangen hatte stand Rico wieder auf. „Sag mal Silver… warum hast du das gemacht?“ Silver ließ ein kurzes Knurren los, das Rico ziemlich erschreckte. „Ich dachte du wärst jemand anderes. Sein kommen hat sich gestern angekündigt. Ich muss wachsam bleiben.“ Rico verstand nicht. „Sein kommen wurde angekündigt? Von wem denn?“ Silver gähnte und streckte seine großen Schwingen aus. „Es war die Dunkelheit die ihn angekündigt hat. Es gibt einen Zauber mit denen man die Elemente belauschen kann. Ich werde dir diesen auch noch beibringen.“

Draußen zuckte ein Blitz über das unendlich erscheinende Baummeer. Einige stille Minuten vergingen. „Silver? Sag mir, warum kann der Kristall sprechen? Ich habe ihn gestern flüstern gehört und ich verstehe nicht was er mir damit klar machen wollte.“ Du hast ihn flüstern gehört? Du kannst den Kristall wirklich verstehen? Dann bist du wirklich der den das Licht angekündigt hat! Wow, das hatte ich wirklich nicht erwartet. Los sag schon… was hat dir der Kristall erzählt?“ Silver schien richtig neugierig darauf zu sein was Rico zu sagen hatte. „Er hat gesagt: ‚Du! Du der des Dämons Lehrling ist… pass auf dich auf. Das Böse wird kommen wenn des Himmels Geschenk dich erreicht. Sei bereit dich zu verteidigen wenn die Zeit gekommen ist.’ Was bedeutet das Silver?“ Silver schien nachzudenken. Schließlich gab er eine Antwort. „Also doch. Auch der Kristall hat das kommen des Schattenkriegers angekündigt. Rico, hör zu. Ich muss dir jetzt alles lehren was ich selbst kann. Es ist wichtig, dass wir diesen Krieger vernichten. Er ist sehr stark. Noch viel stärker als der Mörder deiner Eltern. Sieh mich an Rico…“ Rico schaute Silver an. Ihre Blicke trafen sich und die gelben Augen von Silver streifen Ricos. „Wir haben noch ungefähr einen Monat Zeit.“ Rico war irritiert. „Woher weißt du wann genau er kommen wird?“ Silver schüttelte den Kopf. „Nein Rico, jetzt ist keine Zeit für weitere Erklärungen. Wir müssen weiter an deiner Magie arbeiten. Sie ist viel zu schwach. Und dein Training mit den Feuersensen müssen wir auch fortsetzen.“ Der Dämon erhob sich und ging auf eine Tür zu, öffnete sie und gab Rico ein Zeichen dass er ihm folgen sollte. Schnell sprang er auf und lief durch die gleiche Tür.




Orakel der Einsamkeit


In den folgenden Wochen trainierten Silver und Rico sehr hart. Ricos Magie wurde immer besser bis er schließlich auch sehr komplizierte Sprüche absolut fehlerfrei bewältigen konnte. Was Rico nicht bemerkte war dass sich seine Augen von Tag zu Tag orangener färbten. Seine Zähne wurden spitzer und seine Haare wuschliger. Auch seinen Geburtstag hatte er mit Silver verbracht, aber nicht mit feiern, sondern mit trainieren. Silver schien von Tag zu Tag nervöser zu werden. Wieder saß er in seinem Sessel, als Rico all das konnte was Silver beherrschte. Er schaute ungeduldig aus dem Fenster und in seinen gelben Augen spiegelte sich die Sonne.

„Silver? Du hast mir immer noch nicht meine Frage beantwortet.“ Rico interessierte sich immer noch dafür, warum Silver ungefähr den Tag wusste, an dem der Schattenkrieger auftauchen würde. „Okay Rico ich werde es dir erzählen. Du hast bestimmt schon einmal bemerkt dass deine Augenfarbe nicht gerade normal ist, oder? Nun ja, diese Augenfarbe… ich will es dir sagen. Du bist ein Auserwählter. Es gibt eine Prophezeiung dass der Junge der den Kristall sprechen hören kann, der Auserwählte ist und die Welt retten wird. Jedoch lastet über dem Jungen auch ein schreckliches Orakel der Einsamkeit. Rico du-“ Rico starrte Silver an. In seinen Augen ein leerer Blick. Er starrte auf seine Hände. „Silver… bin ich ein… bin ich ein Dämon?“ Silver nickte. „Ja Rico. Du wirst ein Dämon werden. Das Geschenk des Himmels sind Schwingen. Sie werden die wachsen.“ Rico legte seinen Kopf in die Hände. Kleine, vom Sonnenlicht glitzernde Tränen liefen an seinen Wangen herab. Der braune Haarschopf verdeckte sein Gesicht nun ganz. Silver wusste dass es nicht leicht ist zu erfahren dass man ein Dämon wird. Auch er hatte völlig die Fassung verloren und geweint.

„Rico… sei nicht traurig. Es hat seine Vorteile… glaub mir.“ Rico schaute blitzschnell auf. „Es hat seine Vorteile… na und? Was bringt mir das? Ich kann nie wieder ein völlig normales Leben führen. Jeder normale Mensch wird vor mir weglaufen und kleine Kinder würden weinen wenn sie mich sehen. Und du sagst es hat seine Vorteile? Ich glaube du hast sie nicht mehr alle!“ Mit diesen harten Worten stürmte Rico aus dem Zimmer. Er wusste nicht genau wo er einlief, da ihm die Tränen in den Augen die Sicht verschwammen. Es schien ihm als ob er unendlich lange lief. Durch Gänge und irgendwann stand er auf einer kleinen Waldlichtung. Sie war vollständig mit grünem Moos überzogen. Einzelne, kleine Fichten ragten aus dem Boden raus. An einer Tanne standen kleine pinke Pilze. Rico setzte sich an eine der Fichten und ruhte sich aus. Einzelne Tränen liefen noch an seinen Wangen herab auf dem Boden, die gierig von den kleinen Moosbergen aufgeschlungen wurden.

‚Warum hat mir Silver nicht früher gesagt das ich ein Dämon werde? Ich verstehe das nicht. Es ist… es ist so komisch.’ Wieder starrte er auf seine Hände. Das Sonnenlicht schien ihm nun direkt ins Gesicht, weswegen er sich zu Seite drehte. Neben ihm sah er einen kleinen Wolf sitzen. Er hechelte Rico an und wedelte mit dem Schwanz. Rico hielt es für eine gute Gelegenheit den Gedankenlesungszauber auszuprobieren. Er suchte mit seinem Geist den des Wolfs und lauschte seinen Gedanken.

Ob der Junge da lieb ist? Er tut mir nichts er scheint ungefährlich zu sein. Toll, vielleicht spielt er ja mit mir.’ Rico grinste. Der kleine Wolf dachte wirklich wie ein kleines Kind. Rico verband die zwei geistigen Ebenen um auch mit dem kleinen reden zu können. ‚Na du kleiner Wolf. Hast du einen Namen? Und wo ist deine Mama?’ Der Wolf musterte Rico erneut. ‚Endlich ein Mensch der mit mir sprechen kann. Ich heiße Seelenwind. Ich weiß nicht wo meine Mama ist. Sie wurde von jemandem deiner Rasse mitgenommen. Und weißt du was? Ich kann fliegen.’ Rico runzelte die Stirn. Von einem fliegenden Wolf hatte er noch nie etwas gehört. Schon breitete der kleine Seelenwind wie aus dem Nichts erscheinende Schwingen aus. Dann stieß er sich vom Boden ab und flatterte vor Ricos Gesicht herum. ‚Das ist toll. Willst du mit mir kommen, Seelenwind? Ich kann ja auf dich aufpassen solange wir deine Mama noch nicht gefunden haben’ Rico strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Dann stand er auf. ‚Ich würde gerne mit dir kommen. Wie heißt du eigentlich?

Rico und Seelenwind redeten noch ein wenig länger über das Fliegen, sodass sich Rico doch auf seine Schwingen freute. Vor allem da er ja nun einen kleinen, neuen Freund gefunden hatte.



Das Himmelsgeschenk


Als Rico und Seelenwind das einsame Haus auf dem Berg erreichten war es bereits später Nachmittag. Rico fragte sich wie Silver wohl auf Seelenwind reagieren würde. Er wusste noch nicht einmal ob er es ihm erlauben würde, Seelenwind im Haus wohnen zu lassen. Doch auch wenn er draußen bleiben müsste, so wusste Rico jedoch, das er ab jetzt wohl sehr viel Zeit mit Seelenwind verbringen würde. Der kleine, schwarz-weiß gemusterte Wolf tappste neben Rico her. Die Schwingen waren genauso verschwunden wie sie gekommen waren. Er schaute ab und zu immer wieder zu Rico auf, und seine strahlend blauen Augen funkelten mystisch. Rico ging zusammen mit dem kleinem Wolf in das Zimmer wo Silver normalerweise saß… doch er war nicht dort. ‚Oh, sonst ist er immer hier. Warte, lass mich einen Traumsichtzauber probieren. Das wird bestimmt klappen.’ Seelenwind musterte Rico genau, als er eine, wie aus dem Nichts erscheinende, Energiekugel zwischen seinen beiden Händen erschien. Sie zeigte Silver der anscheinend irgendwo draußen stand. Seelenwind schnupperte an der Energiekugel. ‚Ich kann ihn nicht riechen. Was ist das was du da hast?’ Rico lachte. ‚Das ist eine Energiekugel. Natürlich kannst du ihn nicht riechen, sie zeigt nur wo sich Silver befindet.’ Der kleine Wolf bellte. ‚Komm lass ihn uns suchen. Ich möchte ihn gerne kennen lernen.’ Beide liefen los, anscheinend um die Wette. Als sie die Tür erreichten wehte ihnen ein fauliger Duft in die Nase. Angewidert jaulte Seelenwind auf und auch Rico hielt sich seine Nase zu. Der Himmel verdunkelte sich und vor ihnen erschien ein Mann. Er trug eine schwarze, kaputte Rüstung. Einen Helm, der mit zwei Hörnern verziert war. Und ein riesiges Schwert hing an seiner Taille. Man konnte sein Gesicht nicht sehen, nur die rot glühenden Augen verrieten dass er nicht normal war. In seiner rechten Hand hielt er etwas schwarzes, mit langen ledrigen Lappen.

„Hier! Pass besser auf ihn auf!“ Er schmiss das schwarze Etwas vor Ricos Füße. „Ich werde wieder kommen wenn der Himmel dich beschenkt, dadurch bekomme ich viel mehr Kraft wenn ich dich besiege.“ Mit einem grauenhaften Lachen drehte er sich um, streute rotes Pulver über sich und verschwand. Rico bückte sich, und auch Seelenwind schnupperte an dem Etwas das auf dem Boden lag. Rico drehte es vorsichtig auf die Seite. Es war Silver der vor ihm lag. Panisch schreckte Rico zurück. Dann fasste er sich wieder und versuchte Silver hochzuheben, jedoch war dieser so schwer dass er einen Schwebezauber benutzen musste. ‚Ist das Silver? Warum sagt er denn nichts?’ Seelenwind verstand nicht was gerade geschah. ‚Ja das ist Silver. Aber er ist schwer verletzt und in Ohnmacht gefallen. Er kann dich deswegen nicht hören.’ Beide erreichten endlich das Zimmer wo Silver schlief. Er ließ Silver auf das Bett schweben und suchte direkt nach Wunden. Er fand viele die Verbunden werden mussten. Tiefe aber auch kleine Schrammen hatte er abbekommen. Bei einer Wunde wusste jedoch selbst Rico nicht weiter. Sie was so nah beim Herzen, dass er sie weder nähen, noch richtig verbinden konnte. Rico hatte leider auch vergessen wie der Heilzauber ging den Silver ihm beigebracht hatte. ‚Rico? Ist alles in Ordnung? Soll ich dir irgendwie helfen?’ Seelenwind sah Rico die Verzweiflung an. ‚Ich weiß nicht weiter. Ich muss die Wunde hier heilen aber ich habe vergessen wie es geht’ Er verzog sein Gesicht und schlug dann mit geballter Faust auf die Bettkante. Diese bekam dadurch ein größeres Loch. Eine Träne kullerte über Ricos Wange und fiel auf den darunter stehenden Seelenwind. ‚Rico? Ich werde versuchen dir zu helfen aber ich kann dir nicht sagen ob das klappt’ Wieder erschienen die Schwingen und er flatterte über Silvers Wunde. Dann schloss er die Augen und es erschien ein kleiner Ring aus Energiekugeln die langsam auf die Wunde zu schwebten. Als sie Silvers Körper trafen blitzten sie auf und die Wunde begann sich zu schließen. Rico war so voller Freude über das was der kleine Wolf gerade getan hatte, dass er sich Seelenwind aus der Luft schnappte und ihn umarmte. Seelenwind bellte freudig. Nach ein paar Minuten ließ Rico ihn wieder auf dem Boden zurück. Dann verließen beide den Raum um Silver ein wenig Ruhe zu gönnen. Seelenwind legte sich vor den Kamin, den Rico wenige Augenblicke vorher angezündet hatte. Die Flamme des Feuers zuckte lustig hin und her.

Rico? Wann wirst du denn nun endlich fliegen können?’ Rico schüttelte den Kopf. ‚Ich weiß es nicht genau aber es wird bald soweit sein schätze ich.’ Den Abend verbrachten die beiden mit Reden über alte Geschichten. Rico erzählte viel von seiner Vergangenheit und Seelenwind erzählte das, was er bisher erlebt hatte.



Seelenwind


Die Sonnenstrahlen trafen auf das schwarz-weiß gemusterte Fell von Seelenwind. Es schillerte an den weißen Stellen mystisch vor sich hin. Der kleine Wolf setzte sich hin und leckte sich über sein Fell. Er war jetzt schon zwei Tage bei Rico und fühlte sich sichtlich wohl. Er war gewachsen, ziemlich schnell sogar. Und er konnte immer mehr neue Magietechniken, da Rico ihm manchmal etwas Neues beibrachte. Silver war jedoch immer noch nicht auf den Beinen. Er lag noch an derselben Stelle wie zwei Tage zuvor und rührte sich nicht. Das einzigste was auf sein Leben hinwies war sein leises Atmen und der Herzschlag.

Rico? Deine Schwingen kommen sicher ziemlich bald… was denkst du?’ Wie immer neugierig darauf was Rico sagen würde schaute er zu ihm herüber. ‚Ach Seelenwind… du weißt ganz genau dass ich es dir nicht sagen kann. Ich werde mal nach Silver schauen. Bleib solange hier’ Rico stand auf und verließ das Zimmer. Seelenwind widmete sich wieder seinem Fell. Es war schon besonders das wusste er. Seine Mutter hatte solches Fell nicht und wurde trotzdem mitgenommen.

Das knarren der alten Ahorntür kündigte Ricos hereinkommen an. Zu seiner Überraschung saß Silver aufgerichtet im Bett und packte sich mit einem Grinsen an den Kopf. „Ich muss ja ziemlich lange hier gelegen haben. Und ist sonst alles okay?“ Rico schaute Silver an. Er wäre fast gestorben, es konnte natürlich auch sein dass er sich nicht mehr erinnerte. „Alles ist okay. Kannst du dich erinnern was passiert ist? Ich meine der Mann in der Rüstung… wer war er? Und wie geht es deinen Wunden?“ Silver stand auf und streckte sich. „Das war der Schattenkrieger dessen kommen angekündigt wurde. Aber ich habe seine Schwachstellen entdeckt, als er mich niedergeschlagen hat. Es wird für uns kein Problem sein ihn zu besiegen. Meine Wunden sind soweit alle okay. Aber sag mir warum ich eine Narbe am Herzen habe… hat er mich dort auch verwundet?“

Nach einem längerem Gespräch, indem Rico alles bisherige erzählte, kam er langsam dem Thema Seelenwind näher. Noch hatte er nichts davon erzählt und wollte sehen wie Silver auf den kleinen Wolf reagierte. Beide betraten das Zimmer indem Seelenwind sich die Sonne auf den Rücken scheinen ließ. Er blinzelte Rico an. Als er Silver sah, stand er auf und stolzierte auf ihn zu. Silvers Augen funkelten. „Das ist ein Everion. Toll, ich wollte schon immer einen sehen. Sag Rico, woher hast du ihn.“ Rico grinste. „Wenn du mir sagst was so besonders an einen Everion ist, dann erzähle ich es dir“ Silver bückte sich und streichelte dem Wolf über den Kopf. „Ein Everion ist ein mit Magie gesegnetes Tier, meistens ein Rehbock. Gott segnet so ein Tier und es kann fliegen und Magie einsetzen. Manchmal werden auch andere Tiere gesegnet, wie zum Beispiel dein Wolf hier. Es ist jedoch ziemlich ungewöhnlich dass ein Wolf gewählt wird. Normalerweise sind es Pflanzenfresser.“

Rico? Bin ich etwas Besonderes? Ich mag Silver. Er ist lieb.’ Rico grinste wieder. ‚Ja, du bist sehr besonders.

„Silver? Seelenwind darf doch hier bleiben oder? Er hat die Wunde an deinem Herz geschlossen… mit Magie. Ich hab ihm auch schon andere Zauber beigebracht.“ Silver richtete sich wieder auf und sah Rico verwundert an. „Du hast ihm Magie beigebracht die er fehlerlos einsetzen kann? Das nenne ich mal einen guten Lehrling. Natürlich darf Seelenwind hier bleiben. Und er hat mir das Leben gerettet? Ganz schön viel für einen so kleinen Wolf.“ Bei den letzten Worten sah er Seelenwind lächelnd an. Schwanz wedelnd bellte dieser Silver an.


Liebe der Vergangenheit


Auch auf die Ruinen des alten Hauses schienen Sonnenstrahlen und weckten ein paar Mäuse. Von weiter Ferne hörte man Pferdehufen auf den kleinen Weg schlagen. Auf einem schneeweißen Pferd saß ein Mädchen, etwa im gleichen Alter wie Rico. Ihre blonden Haare wehten im Wind. Sie ritt zielstrebig auf die Ruinen zu. Beim reiten sah sie sich immer wieder nach links und rechts um, sodass sie viele der wilden Tiere sehen konnte. Kurz vor den Ruinen stoppte sie ihr Pferd. Sie stieg ab und schien fassungslos. „Was… was ist hier geschehen? Ich verstehe nicht.“ Sie ging näher an das abgebrannte Haus heran. „Nein! Nein! Das darf nicht geschehen sein!“ Wieder wehten ihre Haare als sie los rannte um mehr erkennen zu können. Als sie direkt vor dem stehen gebliebenem Türrahmen stand sank sie zusammen. Kleine, schillernde Tränen liefen an ihren Wangen herab. Leises Wimmern war von ihr zu hören. Ihr Pferd stupste sie an. „Aber ich wollte doch nur Rico besuchen… und nun das… das darf einfach nicht sein. Nein!“ Sie stand auf und wühlte in den Ruinen herum. Das einzigste was sie fand war einer der Edelsteine, den sie selbst Rico geschenkt hatte. Sie hielt ihn beiden Händen. Er schillerte wunderschön. „Rico… ich hoffe du lebst noch und es geht dir gut.“ Dann steckte sie den Stein ein, stieg auf ihr Pferd und ritt so schnell sie konnte weg von diesem Ort voller Kummer.

Als Rico erwachte, fühlte er sich komisch. Schnell sprang er auf und stellte sich vor den Spiegel, den er mit Magie einige Tage zuvor erschaffen hatte. Aus seinem Rücken ragten zwei schwarze, mit Federn bestückte Schwingen. Sie waren nicht so groß wie die von Silver, jedoch stärker gebaut und voller Kraft wie die Flügel einer Krähe. Rico grinste. So ledrige Flügel wie Silver wollte er sowieso nicht haben, da gefielen ihm diese doch schon viel besser. Seelenwind, der in einer der Ecken des Raumes schlief, wurde von einem lachen von Rico geweckt. Blinzelnd schaute er zu Rico und sah dessen Schwingen als erstes. Er stand auf und beschnupperte einen der beiden schwarzen Flügel. ‚Sie sind toll, oder?’ Rico hatte Seelenwind bemerkt und schaute ihn direkt an. ‚Ja, sie sind schön. Genauso wie meine’ Seelenwind sah aus als ob er lächeln würde. Schnell lief Rico aus dem Zimmer zu Silver um ihm seine Schwingen zu zeigen. Silver stand am Fenster und schaute hinaus als Rico ins Zimmer stürmte. „Silver! Schau mal ich hab meine Schwingen endlich bekommen!“ Silver drehte sich abrupt um. „Oh, sehr schön. Zeig her.“ Silver betastete die Flügel mit seinen kalten Fingern. „Sie sind sehr muskulös, die Knochen sind auch sehr stabil. Tja, da hast du wohl die besseren von uns beiden“ Er lachte. ‚Soll ich dir fliegen beibringen Rico?’ Seelenwind der Rico hinterher gelaufen war stand nun zwischen den beiden. ‚Ja das wäre toll’

Seelenwind und Rico gingen hinaus und der kleine Wolf ließ seine Schwingen erscheinen. Er erklärte genau wie man es machen musste, jedoch endete der erste Flug von Rico an einem der Bäume. Schnell stand er jedoch wieder auf den Beinen und am späten Nachmittag konnte er fliegen. Er hielt es für lustig über die Baumwipfel zu rasen und die Vögel zu erschrecken, was auch Seelenwind mit Begeisterung mitmachte. ‚Rico? Wollen wir mal zu deinem Zuhause fliegen? Ich will auch mal sehen wo du gewohnt hast.’ Rico nickte und setzte einen Ortungszauber ein. Er stellte sich sein Zuhause vor und schon zischte der kleine Energieball vor ihnen her. Es dauerte nicht lange bis sie da waren. Rico landete unmittelbar vor der Ruine. Es bekümmerte ihn zu sehen wie das einstmals so schöne Haus zu so einem Haufen aus Asche geworden war. Seelenwind schnupperte die frische Seeluft ein. Plötzlich hielt er die Ohren Richtung Stadt. ‚Rico da kommt Jemand! Schnell, wir müssen uns verstecken!’ Beide stießen sich vom Boden ab und flogen über der Ruine. Zum Glück flog in diesem Moment eine Wolke vor die Sonne, sodass man ihre Schatten nicht mehr sah.

Wieder schnellte ein schneeweißes Pferd in Richtung Ruine. Auf seinem Rücken wieder das blonde Mädchen, das jedoch ein Holzkreuz in der Hand hielt. An dem Abhang, der zum Strand hinab führte, stieg sie ab und rammte das Holzkreuz in die Erde. Sie legte einen Edelstein davor und fing scheinbar an zu beten.

Das ist Xenia! Sie tut uns nichts. Komm!’ Rico setzte zum Sinkflug an und landete ein paar Meter weiter weg von dem Mädchen. Sie schreckte und zog blitzschnell einen Dolch. „Wer bist du?“ Sie schien Rico nicht zu erkennen. „Hey Xenia, komm pack deinen Dolch weg.“ Der Dolch fiel zu Boden. Wieder liefen Tränen über die leicht roten Wangen des Mädchens. „Rico? “ Nun landete auch Seelenwind. Rico ging langsam auf Xenia zu. “Ich dachte schon du erkennst mich nicht mehr.” „Was ist mit dir passiert? Du hast Flügel? Wie…? Ich verstehe nicht. Und was ist mit dem Haus und den Pferden. Wo sind deine Eltern? Und seit wann können Wölfe fliegen?“ Völlig aufgelöst stand sie da, ihre Haare wehten im Wind. Rico blieb stehen. „Ich kann es dir nicht erzählen Xenia. Noch nicht. Du würdest es nicht verstehen. Es tut mir Leid dass ich mich nicht früher gezeigt habe. Aber ich muss mich auch erst mit der ganzen Situation abfinden. Der Wolf ist ein Freund. Er heißt Seelenwind. Er ist ein Everion…“ Bevor Rico weitererzählen konnte, landete ein Pfeil mit brennender Spitze dicht hinter ihnen. Rico drehte sich schlagartig um. Dort standen Dorfbewohner mit ängstlichen Gesichtern. Ganz an der Spitze stand Xenias Vater, Herif. „Komm da weg Xenia! Der Dämon wird dich noch töten!“, brüllte er ihr zu. Rico sah noch eine Weile auf die Dorfbewohner, dann senkte er den Blick und drehte sich wieder um. „Xenia… du solltest zu ihnen gehen. Erzähle ihnen nicht dass ich es bin. Versprichst du mir das?“ Xenia schüttelte den Kopf. „Ich will aber nicht zu ihnen. Ich will bei dir bleiben!“ Sie wischte sich die Tränen weg. Rico sah sie nun direkt an. Wieder schossen Pfeile heran und einer traf Seelenwind an der Schulter. Er jammerte auf. „Verflixt!“ Rico drehte sich um und bückte sich. Er heilte die Wunde, danach schoss ein Feuerball aus seiner Handfläche. Er schlug vor den Dorfbewohnern in den Boden und wirbelte Steine und Erde hoch. Einige der Dorfbewohner flüchteten, jedoch der Großteil schien zu bleiben. „Xenia! Komm sofort her!“ Wieder brüllte Herif. Rico sah Xenia in ihre rehbraunen Augen. „Xenia geh jetzt!“ Es war nicht leicht für Rico das zu Xenia zu sagen, denn er mochte sie wirklich sehr gerne. Wieder bekam er ein Kopfschütteln als Antwort. Rico ging auf Xenia zu. Pfeile schossen wie Blitze an ihm vorbei. Keiner traf ihn. „Ihr müsst ihn erschießen! Schnell!“ Immer mehr Pfeile schnellten vorwärts in Richtung Rico. Jeder Pfeil der Rico treffen könnte, wurde geschickt durch den vorbei sausenden Seelenwind aufgefangen. Rico blieb vor Xenia stehen. „Xenia, nun sieh es doch endlich ein dass du-“ Xenia ging schnell einen Schritt auf Rico zu und küsste ihn. „Xenia! Jetzt hör auf mit dem Unsinn! Er kann dich töten!“ Xenias Vater rannte in ihre Richtung. Er zog ein Schwert und rammte es Rico in den Brustkorb. Rico sah ihn an. Xenia wich erschrocken zurück. „Stirb verdammter Dämon!“ Seelenwind kam angeflogen. Er biss Xenias Vater in den Arm, der schmerzerfüllt aufschrie. „Hör auf Seelenwind, das reicht.“ Der Wolf ließ den Arm los und knurrte. Rico riss sich das Schwert aus dem Brustkorb und zerbrach es mit einer Hand. Dann heilte er die Wunde. „Xenia… es tut mir Leid aber ich muss nun gehen. Pass auf dich auf und leb wohl.“ Rico stieß sich vom Boden ab und flog noch eine Weile über Xenia. Auch Seelenwind stieg hoch in die Lüfte. Dann flogen beide weg. Xenia starrte ihnen hinterher, bis sie am Horizont verschwunden waren.


Schwarze Schwingen


Was hat sie gerade mit dir gemacht Rico?’ Rico war noch ein wenig verwirrt. Dass Xenia ihn mochte, wusste er ja schon früher, aber dass sie ihn liebte wusste er noch nicht. ‚Sei nicht immer so neugierig Seelenwind!’ Rico war es einerseits peinlich, doch auf der anderen Seite fand er es wundervoll. Nur dies war wirklich der falsche Moment für eine Beziehung. Bald sollte Rico gegen den Schattenkrieger antreten und er würde es sich nie verzeihen Xenia allein auf dieser Welt zu lassen. Er schaute weg von Seelenwind auf das Meer über dem sie flogen. Als er die tosenden Wellen ansah, wurde ihm bewusst, dass er seine ganze Familie verloren hatte. Eine glitzernde Träne lief ihm an der Wange herab. ‚Alles in Ordnung Rico?’ Seelenwind konnte nicht genau erkennen was mit Rico war, da ihm sein braunes Haar im Gesicht flatterte. ‚Ach… Es ist nichts…’ Seelenwind flog auf die andere Seite um in Ricos Gesicht schauen zu können. ‚Doch irgendwas ist doch los mit dir! Nun komm schon… ich bin doch dein Freund mir kannst du es doch sagen’ Ricos Träne erreichte sein Kinn und fiel herunter auf die Wellen des Meeres. ‚Ich fühle mich so alleine ohne meine Familie…’ er sah Seelenwind in die Augen in der Hoffnung Trost in ihnen zu finden. ‚Rico… überleg dir doch mal wie ich mich fühlen muss… Ich habe auch keine Familie mehr… außerdem bist du doch meine Familie’

Beide flogen nun über dem unendlich erscheinenden Wald, in dem irgendwo das kleine Häuschen von Silver sein musste. Nach einigem Suchen fand Seelenwind schließlich den kleinen Berg. Sie landeten vor der Tür, die sich kurz danach öffnete. Es war Silver der sie mit besorgtem Gesichtsausdruck anschaute. „Da seid ihr ja endlich! Schnell, rein mit euch!“ Er zog Rico hinein. „Was ist denn los? Warum bist du so aufgeregt?“ Ein bisschen irritiert nahm er Silvers Hand von seiner Schulter. „Ach, es wird bald ein Tremenitor kommen.“ ‚Rico? Was ist ein Tremenitor?’ ‚Ich weiß es selbst nicht…’ „Silver? Was ist ein Tremenitor?“ Silver schüttelte den Kopf. „Es ist grausam. Du kannst dir einen Tremenitor ungefähr wie einen Sturm vorstellen. Er ist schwarz-rot und sehr gefährlich für Dämonen. Wenn du in so einen Sturm hinein gerätst dann…“ Wieder schüttelte er nur den Kopf. „Und für andere Lebewesen ist der Tremenitor ungefährlich?“ Rico wollte so viel wie möglich über den Tremenitor erfahren, da er wahrscheinlich einer der wenigsten Geschöpfe war, die ihn töten konnten. „Nein, alle Lebewesen die einen Dämon berührt haben kann der Tremenitor töten.“ Gedanken schossen Rico durch den Kopf. Xenia! „Wann kommt der Tremenitor denn? Heute noch?“ Rico wurde nervös. Er hibbelte von einem Fuß zum andren. „Er wird jetzt anfangen. Er entsteht über dem Meer. Dann zieht er Richtung Westen. „Verdammt!“ Rico stieß sich vom Boden ab und flog durch das Fenster. Es zerbrach und die Scherben flogen überall herum. Eine verletzte ihm an der Wange, er wischte sich mit dem Ärmel schnell einmal drüber dann flog er so schnell er konnte. Seelenwind und Silver hetzten ihm hinterher. Beide konnten ihn nicht einholen, da seine Schwingen viel schneller waren als ihre. Vom weiten sah Rico bereits das Dorf. Vor ihm wirbelte ein rot-schwarzer Sturm… anscheinend war dies der Tremenitor. Mit seinen schwarzen Schwingen flog Rico unmittelbar über dem Sturm. Er hätte ihn einsaugen können, doch Rico wollte Xenia retten.

Xenia ging zusammen mit ihrem Vater durch das Dorf. Sie blieben an dem uralten Brunnen stehen und tranken etwas von dem quellfrischen Wasser. Vor ihnen bewegte sich etwas fliegend über den Boden direkt auf sie zu. „Xenia! Stell dich vor mich!“ Rico schrie so laut er konnte. Xenia lief in direkter Linie vor Rico. Xenias Vater zerrte an ihr. „Nein mein Mädchen! Du musst bei mir bleiben. Ich habe doch sonst niemanden.“ Tränen rollten über seine Wangen und ein Ausdruck der Verzweiflung machte sich auf seinem Gesicht bemerkbar. „Vater… Ri… äh… der Dämon würde nicht ohne Grund hierher kommen. Ich verspreche dir, dass ich zurückkommen werde.“ Rico schoss wie ein Pfeil auf Xenia zu. Xenias Vater ließ sie los. „Werde glücklich mit dem Dämon wenn du willst… aber verspreche mir dass du eines Tagen zurückkommst und mir sagst wer er ist. Versprich es mir!“ Xenia nickte noch einmal einwilligend. Direkt vor den Augen ihres Vaters schnappte Rico sich Xenia und zog sie mit in die Lüfte. Es war ein Leichtes sie zu tragen. „Rico warum holst du mich?“ Endlich schafften auch Silver und Seelenwind ihn einzuholen. „Rico! Was fällt dir ein? Ich habe dir doch etwas gelehrt oder? Warum befolgst du es nicht?“ Rico schwieg eine Weile. Xenia schaute ehrfürchtig auf Silver. Die riesigen Schwingen beeindruckten sie. „Es ist nicht nur wegen meinen Gefühlen… Silver… du sagtest der Tremenitor würde Lebewesen töten die einen Dämonen berührt haben“ Silver nickte. „Das ist richtig Rico“ Xenia schaute nun auf Rico. Er schaute Silver nicht an. Das zeigte wie viel Respekt er vor ihm hatte. „Nun ja… ich und Seelenwind waren hier. Ich habe Xenia nur ausersehen berührt..-“ „Rico du brauchst nicht zu lügen. Ich bin dein Meister vergiss das nicht. Außerdem hast du den Kristall doch um deinen Hals und du weißt ja“ Rico nickte. „Aber ich missbillige deine Entscheidung mehr als alles andre was du bisher getan hast. Das war dumm von dir. Ich weiß nicht warum ich dich weiter unterrichten sollte. Du musst dich ändern Rico. Du musst lernen deine Vergangenheit zu vergessen und deine Gefühle teilweise zu unterdrücken… Genau wie ich es tun musste. Schaff dir keine Feinde. Ich habe es dir noch nicht erzählt aber Dämonen können mehrere Jahrtausende leben. Und jetzt bring das Mädchen zurück in ihr Dorf!“ In den letzten Sätzen von Silver lag bittere Enttäuschung und Wut auf Rico. Dieser merkte das und gab deswegen keine Wiederworte von sich. Er setzte zum Sinkflug an. „Rico… jetzt hast du soviel Ärger wegen mir. Das wollte ich nicht… tut mir Leid.“ Ihre Haare flogen in der vorbei sausenden Luft und streichelten Ricos Gesicht. „Xenia… du bist das nicht Schuld. Es ist so, dass ich es angerichtet habe. Du kannst nichts dafür, glaub mir.“ Beide erreichten den Boden und Rico ließ Xenia runter. Diese wollte ihn erneut küssen, jedoch blockte Rico es ab. „Tut mir Leid Xenia. Du hast Silver gehört und ich muss bei ihm lernen…“ Er senkte den Blick. „Warum? Warum musst du bei ihm lernen?“ Rico schüttelte den Kopf und suchte nach Xenias geistiger Ebene um ihr noch etwas zu sagen, was ihr Vater, der angelaufen kam, nicht hören sollte. ‚Xenia… es tut mir Leid dass ich dich nicht lieben kann. Ich würde gerne aber wenn ich es tun würde … wegen Silver. Er muss mich etwas lehren weil bald ein Schattenkrieger kommen wird. Er würde alles zerstören wenn ich nicht kämpfen könnte… es… tut mir Leid.’ Er stieß sich vom Boden ab und flog zu Silver und Seelenwind. Wieder sah Xenia lange hinter ihm her. Ihr Vater kam angelaufen. Glücklich umarmte er seine Tochter. „Xenia… ich dachte du würdest mit ihm gehen.“ „Nein Vater… es ging leider nicht. Er …“ Xenia sah ihren Vater nicht mehr an. „Du musst es mir nicht erzählen. Komm wir gehen nach Hause.“

„Rico… ich hoffe du hast deine Lektion gelernt.“ Rico nickte. Er konnte Silver noch nicht in die Augen sehen. Demütigend und beschämend schaute er auf das Meer. Bald würden sie wieder das kleine Häuschen erreichen, das auf dem einzigen Hügel in dem endlos erscheinendem Baummeer lag. Durch die untergehende Sonne war das Baummeer in ein gelb-rot getaucht. ‚Rico du bist so still… ist alles in Ordnung?’ Seelenwind sah Rico an, jedoch erwiderte er weder Blick noch Frage. Er war wie in Trance versetzt. Der kleine Everion schleckte über Ricos Wange. Dieser schüttelte den Kopf. ‚Was? Hast du etwas gesagt?’ Seelenwind gluckste. Auch Silver grinste heimlich. ‚Ich hab dich gefragt ob alles in Ordnung ist’ Rico nickte. ‚Ja ich denke schon.’ Er strich sich die ins Gesicht gefallenen Haarsträhnen weg. „Ich würde ja zu gerne wissen worüber ihr immer redet.“ Rico lachte. „Naja… ich glaube manchmal ist es besser wenn du es nicht weißt“

Alle drei erreichten nun das kleine Haus. Seelenwind ging hinein, jedoch stellte Silver sich in Ricos Weg. „Rico… ich glaube du hast während des Fluges nachgedacht. Wie stellst du dir dein Leben weiterhin vor?“ Ricos Freude war wie weggeblasen. Aus dem vor Freude strahlenden Gesicht wurde plötzlich ein nachdenkliches, ernstes Gesicht. „Ich denke ich werde weiter bei dir lernen. Und wenn ich die Ausbildung beendet habe… dann werde ich-“ „Dann willst du wieder zu diesem Mädchen? Ich könnte mir gut vorstellen dass-“ Rico schüttelte den Kopf und unterbrach Silver. „Nein. Ich werde dann nicht zu Xenia gehen. Sie sollte mich besser vergessen. Ich würde viel länger leben als sie. Und außerdem… sie würde nicht glücklich mit mir. Sie kennt nur einen Teil von mir und nicht alles. Was soll denn dann aus Seelenwind werden? Und diese Schwingen… die Leute würden mich töten wollen. Nachdem ich meine Ausbildung beendet habe werde ich mich gegen den Schattenkönig stellen und versuchen ihn zu besiegen, damit kein Böses mehr auf dieser Welt verweilen kann…“ Eine kleine Träne lief über seine Wangen. Als sie am Kinn herunter fiel, landete sie auf einer Rose, die am Hauseingang stand. Die weiße Rose wurde schwarz und fing an zu blühen. Silver legte anerkennend seine Hand auf Ricos Schulter. „Das ist wirklich eine Ehre dich ausbilden zu dürfen Rico. Ich hatte noch nie einen Schüler mit solch großartigen Plänen. Nach deiner Ausbildung werde ich dir helfen wenn du willst. Aber es ist deine Entscheidung.“ Silver lächelte. Rico wendete sich ab. „Silver? Kannst du mich für einen Moment allein lassen?“ Silver nickte und ging zu Seelenwind ins Haus. Als Silver weg war sank Rico zu Boden. Er schlug in die weiche Erde und viele Tränen liefen an seinen Wangen herab. Er schüttelte die letzten Gedanken an Xenia ab und versuchte sich wieder zu fangen. Dann stand er wieder auf, genoss noch einmal den Blick über die Bäume und verschwand dann wie die anderen zuvor in dem kleinen Haus.


Ricos Wunsch


Eine feuchte Zunge schlabberte Ricos Gesicht ab. Er schlug seine Augen auf. Seelenwind saß am Bettrand und wollte Rico anscheinend wecken. ‚Na endlich! Komm schon steh auf… oder hast du deinen Geburtstag schon vergessen?’ Rico schubste Seelenwind vom Bett und schlug die Decke um. Er grinste und sprang aus dem Bett. Schnell streifte er sich den alten, abgenutzten Wams über und zog die Hose an. Beide hatten schon diverse Löcher und wurden notdürftig mit alten Stofffetzen geflickt. Er strich sich mit beiden Händen die Haare einigermaßen ordentlich und lief nach draußen. Auf dem Weg traf er Silver der ihm die Hand entgegen streckte. Hastig ergriff Rico sie. Dann wimmelte er Silver ab weil er sich sein Gesicht waschen wollte. Draußen steckte er seinen Kopf in den kleinen Wassertrog und schüttelte ihn unmittelbar danach. Er fühlte sich wie neu geboren. Als er den Kaminraum betrat, saß Silver wie immer im Sessel und Seelenwind lag vor dem Kamin. Auf einem Tisch lagen ein paar Sachen. „Hey Rico! Herzlichen Glückwunsch. Die Sachen auf dem Tisch sind für dich.“ Er lächelte. Rico ging auf den Tisch zu und nahm etwas herunter. Es war ein neuer, dunkelblauer Wams. Er war mit silbernen Verzierungen an den Schultern gemacht und schien auch sonst sehr edel zu sein. Ricos Augen funkelten. Er legte ihn vorsichtig beiseite und nahm das nächste, greifbare Teil. Es war eine schwarze Hose. Innen schienen leichte Metallplatten eingenäht zu sein. Genau richtig für einen Krieger. Silver und Seelenwind sahen Rico an. Beide sahen mit Freude in Ricos funkelnde Augen. Rico griff zum nächsten Teil. Dieses war nicht aus Stoff, sondern aus Metall. Als Rico es hoch hob sah er dass es ein Brustpanzer war. Ein schwarzer Brustpanzer mit silbernen Verzierungen, passend zu dem dunkelblauen Wams. Er suchte weiter in dem immer kleiner werdenden Haufen. Er fand noch weitere Teile der Rüstung, alle in schwarz und silber. Als Rico das letzte Teil in der Hand hatte, wunderte er sich schon etwas. Es war ein silberner Stirnreif mit einem blauen Edelstein, der in eine Fassung eingefasst war. „Wozu brauche ich das?“ Irgendwie war er irritiert. Silver lachte. „Den Stirnreif wirst du noch brauchen. Du kannst einen Teil deiner Energie in den Edelstein lagern. Damit kannst du länger kämpfen. Ich hätte dir natürlich auch einen Helm schenken können, aber du kannst besser mit Magie gegen Feinde kämpfen.“ Rico packte sich den ganzen Haufen Geschenke und verschwandHHsaddgfvdfvfv

in seinem Zimmer. Dort zog er den alten Wams und die Hose aus und machte sich über seine Geschenke her. Als Rico wieder fertig angezogen war, stellte er sich vor den Spiegel. Ein gut aussehender, junger Mann schaute zurück. Rico lächelte, weil er, wie er fand, noch nie so gut aussah. Dann kam er auf die Idee auch mal die Rüstung anzuprobieren. Er suchte vergeblich nach Verschlüssen. Als er schließlich aufgegeben hatte, nahm er die Rüstung und entschloss sich Silver danach zu fragen. Er betrat den Raum und Seelenwind stand vor Silver, der ihm gerade eine Rüstung anpasste. ‚Schau mal Rico! Das ist so toll, endlich hab ich auch eine Rüstung… aber sag mal… wozu braucht man so eine Rüstung?’ Rico prustete los. Silver schien fertig zu sein. Er schaute Rico an. „Ah, na endlich siehst du nicht mehr wie ein daher gelaufener Bauernjunge aus. Was ist mit der Rüstung? Willst du sie nicht anprobieren?“ Rico fing sich wieder. ‚Eine Rüstung braucht man zum Schutz wenn man kämpfen will. Pfeile prallen an einer guten Rüstung ab. Und Schwerthiebe können dich nicht so schwer verletzten.’ „ich würde sie schon gerne anprobieren… aber ich weiß nicht wie ich sie anlegen soll.“ „Ach, ich habe dir das ja noch gar nicht gezeigt… komm her und pass auf.“ Silver nahm einen Armschutz und legte ihn sich auf den Arm. Dann nahm er das Gegenstück und legte es darunter. Nun wendete er Magie an und beide verschmolzen zu einem Stück. „Das ist der Zauber dafür. Du kannst die Rüstung auch jederzeit wieder öffnen.“ Nun probier du es. Er öffnete die Rüstung wieder und gab Rico die beiden Teile. Er machte alles genauso wie Silver und schließlich klappte es auch. „Wow, die Rüstung ist echt toll. Und die anderen Geschenke auch. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll.“ Seelenwind flog nun mit der Rüstung im Raum. Sie schien nicht schwer zu sein, weshalb Rico seine Rüstung auch anprobieren wollte. Schnell hatte er es erledigt und stand auf. Die Rüstung engte ihn bei seinen Bewegungen nicht ein und war sonst auch ziemlich leicht. Rico hoffte dass sie auch einige Schläge aushalten konnte. „Sie ist viel stabiler als normale Rüstungen und leichter… das hast du wahrscheinlich schon bemerkt.“ Rico nickte strahlend. Dann legte er seine Rüstung wieder ab. „Toll… wirklich…“ Er kam sich vor als ob er träumen würde. Seelenwind versuchte sich auch mit verschiedenen Zaubern sich aus der Rüstung zu befreien, jedoch schienen seine Kräfte noch nicht ausreichend, sodass Rico ihm helfen musste. Silver lachte nur und Rico brauchte nicht gerade viel von seiner Energie, sodass er auf den Gedanken kam direkt einmal den Edelstein in seinem Stirnreif aufzuladen.

Als er damit fertig war, feierte er mit Silver und Seelenwind bis es dunkel wurde. Er hatte Silver noch nie so amüsiert gesehen. Doch am Abend stand Rico an seinem Fenster. Er hatte es bereit geöffnet und sah den grellen Vollmond zu, wie er langsam auftauchte und immer wieder hinter den schwarzen Wolken verschwand. Eine Sternschnuppe zog über das Firmament des Himmels. Da Rico Geburtstag hatte wünschte er sich etwas. Er wünschte sich ein starker Krieger zu werden und den Schattenkönig, der in der Unterwelt regierte, zu besiegen.


Der schwarze Krieger


Es war ein Klirren zu hören. Rico schreckte auf. Er hatte bis gerade geschlafen. Leise Schritte hallten über den Flur. Rico sprang auf. Auch Seelenwind war durch den Krach aufgewacht. Nun sah Rico wie die Türklinke heruntergedrückt wurde. Schnell schloss er sich in die Rüstung in den er alle Teile durch die Luft schweben ließ und sie zusammen schmolz als sie an seinem Körper waren. In voller Montur und mit den beiden Feuersensen bewaffnet ging Rico in Kampfposition. Die Tür schwang mit einem Knarren auf und niemand war hinter ihr zu sehen. Rico ging aus der Kampfposition doch gerade in diesem Moment stürmte jemand auf in zu und drückte ihn gegen die Wand. Es war Shadow, der Schattenkrieger. Er roch abscheulich nach verwesendem Fleisch. Aus seinem Mund schwebte ein Gas, das in Ricos Augen brannte. Seelenwind konnte sich gegen den Geruch nicht wehren und fiel in Ohnmacht. „Ich hatte es dir gesagt, hah du scheinst nicht sehr stark zu sein, Dämon. Warum schließt du dich nicht mir an? Zusammen würden wir die Welt beherrschen. Warum kämpfst du mit diesem Schwächling, den du als dein Meister bezeichnest?“ Er schaute Rico tief in die Augen. Rico schüttelte den Kopf. „Ich werde nicht mit dir zusammenarbeiten. Niemals!“ Eine Energiewelle flog aus dem Kristall und schleuderte Shadow weg von ihm. „Du kannst den Kristall benutzen? Feigling! Kämpfe mit deiner Waffe und ohne Magie und diesen Kristall.“ Rico grinste. Anscheinend konnte Shadow keine Magie benutzen. Auf der Suche nach Shadows Geistesebene stieß er nur auf dessen Aura. Wenn er keine Geistesebene hatte, dann konnte er auch keine Magie einsetzen. Rico grinste. „Hah! Du kannst keine Magie einsetzen. Tja, das ist wohl ein Nachteil für dich!“ Aus Ricos Hand schnellte ein Feuerball. Er traf Shadow an der Schulter, der einen schmerzerfüllten Schrei ausstieß. „Verdammter Dämon!“ Shadow schleuderte sein Schwert, das kurz darauf Ricos rechte Schwinge traf. Ein paar Federn flogen zu Boden. Dann wollte Shadow anscheinend flüchten, doch jetzt tauchte Silver in der Tür auf und versperrte ihm den Weg, was Rico genug Zeit gab einen Todeszauber auszusprechen. Wieder suchte er Shadows Aura. „Kyah!“ Mit diesem Wort stoppte das Herz von Shadow. Er packte sich an seine Brust und sank langsam zusammen. „Verdammt! Wenn ich das … gewusst hätte. Aber warte ab… die Schattenarmee wird… euch finden und…“ Shadows Augen wurden trüb und sein Blick leer. Seine verkrampfte Hand wurde lockerer und leblos blieb er am Boden liegen. Der Gestank verschwand langsam und auch Shadows Körper löste sich langsam in Nichts auf. Rico fühlte jedoch jetzt einen stechenden Schmerz in seiner rechten Schwinge. Er zog sie nach vorne und sah, dass dort, wo das Schwert steckte, eine riesige Wunde war. Er zog das Schwert heraus und ließ es zu Boden fallen. Blut tropfte an den pechschwarzen Federn hinab auf den Boden. Hilflos sah Rico zu Silver und dann auf den bewusstlosen Seelenwind. Er kannte keinen Heilspruch, er benutze meistens Angriffszauber, deswegen vergaß er meist die anderen Zauber. Seelenwind konnte viele Heilzauber, aber dieser war immer noch bewusstlos. „Tut mir Leid Rico… aber ich kann im Moment auch keine Heilzauber, dieser Gestank von gerade hat mich meiner Magie beraubt. Du musst es wohl zuwachsen lassen.“ Rico schüttelte den Kopf. „Aber Silver dann kann ich nicht mehr fliegen.“ Er bückte sich und versuchte Seelenwind aufzuwecken. Rico schüttelte ein wenig an ihm, sodass er die Augen öffnete und versuchte sich auf die Beine zu stellen. Er schwankte noch ein wenig, doch dann stand er so wie sonst. ‚Alles okay mit dir Rico?’ Rico deutete auf seine verletzte Schwinge. Seelenwind schnupperte an der Wunde kurz danach flogen viele kleine Energiekügelchen um ihn herum. Sie bündelten sich an der offenen Stelle und schlossen das Loch in der Schwinge. ‚Besser?’ Rico nickte. „Silver? War das dieser Schattenkrieger?“ Silver nickte. „Aber wieso hast du ihn nicht besiegen können? Er konnte keine Magie einsetzen. Und du bist doch noch stärker als ich.“, sagte Rico verwirrt. Silver schüttelte den Kopf. „Nein Rico, du weißt es nicht aber du bist viel stärker als ich. Wenn wir kämpfen würden, würdest du mich nach kurzer Zeit besiegen.“ Rico starrte in seine Handflächen. Er konnte es nicht glauben, dass er so stark war. „Bin ich wirklich so stark?“ Silver nickte. „Aber das kann doch nicht sein. Bin ich ein Monster? Ich bin so stark… das kann doch nicht sein… aber … ich verstehe nicht… brauche Zeit“ Rico rannte aus dem Raum. Seelenwind flog ihm hinterher, nur Silver blieb zurück in dem kleinen Raum. „Hätte ich es dir nicht gesagt Rico… dann hättest du deine wahre Kraft nie erkannt…“ Er ging zu Fenster hinüber und atmete die frische Luft tief ein. „Ich hoffe du wirst in deiner Verzweiflung nichts Falsches machen. Bleibe bei deinem reinen Herzen und deinen guten Absichten. Sonst könntest du die ganze Welt zerstören…“ Eine frische Brise wehte ihm ins Gesicht und seine langen, silbrigen Haare streichelten ihn an seiner rechten Wange.


Die Verzweiflung des Auserwählten


Rico stand am nächsten Morgen schon früh an seinem Fenster. Er schaute nach draußen, es begann langsam heller zu werden. Rötliche Wolken zogen am Himmel vorbei und verdeckten ab und zu eine der Baumwipfel. Rico sah den Wolken dabei zu, wie sie sich an den Bäumen teilten und danach komische Figuren bildeten. Fast ein Jahr war schon vergangen, seit Ricos Eltern tot waren. Aus dem einstigen so lebensfrohen und fröhlichen Jungen von damals wurde ein nachdenklicher und stiller junger Mann geworden. Die Haare waren etwas länger, standen ihm jedoch noch nicht bis zur Schulter. Seine Augen glichen einem Tropfen Honig, der langsam von einem Ast herunter glitt. Sie waren orange und schillerten, wenn die Sonne direkt hinein strahlte, in einem rötlichen Ton. Die Eckzähne waren spitz und weiß wie Schnee. Um den Hals trug er aus Gewohnheit den Kristall, wie jeden anderen Tag auch. Neben Rico stand Seelenwind, der zu einem kräftigen Wolf herangewachsen war. Seine Zähne waren stärker als jedes Metall und in seinen Augen war noch das gleiche Feuer wie am ersten Tag. Beide waren stärker als Silver, jedoch war Rico immer noch verwirrt, wie er stärker sein konnte als Silver. Jedoch dachte er an diesem Tag an etwas ganz anderes. Er dachte an Xenia. Dem Mädchen, das ihm als er kleiner war, immer half und für ihn da war. Das Mädchen, das um ihn geweint hatte als sie dachte er sei tot. So vieles hatte sie mit Rico erlebt und durch gestanden. Doch nun konnte und vor allem durfte er Xenia nicht mehr sehen. Sonst würde er das Schicksal der Welt aufs Spiel setzen.

Doch nun, an diesem Morgen, wusste Rico, dass es Zeit für ihn war weg zu gehen und die Welt zu sehen, Neues zu lernen und Freundschaften zu knüpfen. Seelenwind würde Rico folgen, egal wohin er gehen würde, das wusste er genau, da beide sehr aneinander hingen.

Ist es jetzt Zeit, Rico?’ Seelenwind schaute fragend aus dem Fenster. ‚Ja, jetzt ist es Zeit. Lass uns aufbrechen. Aber vorher werde ich eine Nachricht für Silver zurücklassen.’ Rico ließ aus ein wenig Energie eine geistige Nachricht zurück, dann flogen er und Seelenwind aus dem Fenster in eine Welt, die ganz allein nur darauf wartete von ihnen erkundet zu werden. Beide schwebten fast lautlos in die Wolken hinein. Doch so still die Welt auch schien, in Rico tobte ein Sturm aus Verzweiflung, Angst und Liebe, den er erst überwinden musste und dieser Sturm war viel stärker als der Tremenitor. Um diesen Sturm in seiner Seele zu besiegen brauchte man mehr als Flügel, Zauberkraft und Kampfeswillen… doch das was Rico brauchte, fand er nicht hier. Deswegen wollte er allein, nur mit Seelenwind die Welt erkunden. Beide erreichten die Küste. Ein wenig weiter lag das Dorf, in dem Xenia lebte. Rico sehnte sich nach ihr, konnte aber nicht zu ihr. Sein Geist verbat es ihm. Trotzdem konnte er es sich nicht verbieten ihre geistige Ebene aufzusuchen. Er fand sie und sah ihre Gedanken mit an. Sie dachte an ihn selbst. Rico trennte die Verbindung. Ein stechender Schmerz kam seinen Hals hoch, so als ob ihn tausende von Schwertern in den Hals stachen. Die tiefe Trauer die er empfunden hatte, als er Xenia den Kuss verweigerte gab ihm ein Gefühl einfach nicht in seine derzeitige Rolle hinein zu passen. Auch Seelenwind bemerkte Ricos Probleme. Er flog dichter zu Rico, der abrupt nach seinem Fell griff um einige Tränen darin verschwinden zu lassen. Seelenwind kannte das nur zu gut. Er hatte Rico bisher immer getröstet wenn er traurig war und schon so manche Träne fand ihren Weg auf die leicht bläuliche Haut von Seelenwind. Ein paar Minuten flogen sie so weiter. ‚Geht’s dir wieder besser?’ Rico nickte stumm. Dann flog er auf einen Berg zu, der durch einen Wald geschützt vor den Augen anderer war. Beide machten dort eine längere Pause, die Rico mit beobachten und Seelenwind mit Fische fangen verbrachte. Er brachte 2 große Fische von dem kleinen Fluss mit, der sich elegant durch das Baummeer schlängelte. Sie sahen sehr gesund und gut genährt aus. Rico hatte keine Lust sich körperlich zu bestätigen und schnitt den Fisch mit Magie auf. Dann entfachte er ein kleines Feuer und ließ sie direkt darüber schweben. Nach einiger Zeit waren sie durchgebraten und rochen gut, zu mindestens für Fische. Als beide fertig waren, beschlossen sie weiter zu fliegen. Unabhängig und frei rasten sie durch die Wolkenmeere und beobachteten aus der Luft alles, was auf der Erde so passierte. Das einzige was von ihnen zu sehen war, waren ihre Schatten, die bei strahlendem Sonnenschein über Felder und Äcker rasten. So flogen beide den Rest des Tages dahin.

 

Hass eines Dämonen


Beide rasteten als es anfing dunkel zu werden. Rico setzte sich an eine der vielen Felsklippen, von denen der blau erscheinende Berg anscheinend mehr als genug hatte. Er hatte vorher bereits durch seine Flügelschläge den Schnee beiseite gefegt und sah sich den langsam auftauchenden Mond an. Er erinnerte ihn immer wieder an früher, denn in seinem Zimmer hatte er sich jeden Tag den Mond angesehen. ‚Ach Seelenwind. Es ist alles so… so komisch ich weiß ja auch nicht aber ich fühle mich total verlassen und vergessen von allen.’ Seelenwind legte sich neben Rico. Er ließ seine Pfoten über den Rand der Klippe hängen und schaute gelassen auf den Mond. ‚Rico! Denk so etwas doch noch nicht einmal. Du bist nicht allein, ich bin doch hier und vergessen wird dich auch niemand, weil du wirklich sehr nett und anständig bist. Sie doch, selbst Xenia wird dich nie vergessen. Hätten deine Eltern dich vergessen? Oder gar Silver? Nein, alle denen du etwas bedeutest sind immer bei dir. In deinem Herzen… komm schon Kopf hoch. Wenn dich etwas bedrückt dann lass es einfach raus.’ Seelenwind heulte den Mond an. „Einfach raus lassen?“ Rico fing an seine Wut frei zulassen, indem er jede Menge kleiner Energiebälle an die Felswände schoss und diese anschließend in mehrere Stücke zersprangen. Nach einiger Zeit ließ sich Rico nach hinten auf den kalten Felsen fallen. Er atmete ein wenig heftiger. ‚Geht es dir jetzt besser?’ Rico schaut in seine Hände, dann schüttelte er den Kopf. „Ich… ich… ich hasse mich für das, was aus mir geworden ist.“ Eine pechschwarze Träne lief an seiner Wange herab. Als sie zu Boden fiel brannte sie ein riesiges Loch in den Felsen. Rico stand auf und begann seine Flügel zu strecken. Dann stieß er sich so hart vom Felsen ab, dass dieser herab fiel. ‚Wo willst du hin Rico?’ „Weg…weg von hier!“ Er flog so schnell dass, Seelenwind ihn nicht einholen konnte. ‚Nein! Ich muss jetzt zu Silver.’ Abrupt drehte der kleine Wolf eine scharfe Kurve und flog den Weg zurück, zu dem einzigen Menschen der ihm in dieser Situation helfen konnte, Silver.


Auf dem Pfad der umherziehenden Einsamkeit


Er flog schon längere Zeit dem Nichts entgegen. Auf die Landschaft, die sich unter ihm erstreckte, achtete er schon nicht mehr. In seinen Augen spiegelte sich Trauer. Der Junge, der vorher noch Stolz auf sich gewesen war, hasste sich. Er hasste sich selbst abgrundtief, jedoch konnte er sein Leben nicht beenden. Er war ein Dämon, der nicht einfach durch einen Schwerthieb oder einen Stich durch sein Herz getötet werden konnte.

In dem grasgrünen Wald unter ihm lag eine Lichtung auf der er landete. Er ließ sich auf den Boden fallen. „Verdammt! Warum… warum nur bin ich es der diesen Fluch haben muss… WARUM?“ Rico schlug auf die Erde. Sie erzitterte unter seiner Faust, und wieder einmal merkte Rico, wie viel Kraft er doch nun besaß. Noch einmal atmete er tief aus, ehe er wieder aufstand. Er ballte seine Faust.

Leises Gekicher war zu hören. Schlagartig drehte Rico sich um. Ein paar Meter hinter ihm stand eine kleine Gestalt. Es schien ein Mädchen zu sein. Bis auf den Boden reichten ihre schwarzen Haare. Sie waren zerzaust. In ihren kleinen Händen lag ein schwarzer Gegenstand. Das Mädchen war höchstens 7 Jahre alt, doch ihre Augen sahen so aus, als ob dieses Mädchen schon mehr erlebt hatte. Sie sahen weise aus, jedoch auch traurig. Die lila Farbe ihrer Augen unterstrichen die Einsamkeit, die von dem Mädchen ausging. Ein zerschlissenes, an manchen Stellen verbranntes Kleid bedeckte den Körper des Mädchens. Sie schien schon länger ohne Nahrung ausgekommen zu sein, da sie sehr abgemagert wirkte.

„Hallo Fremder! Ich habe dich noch nie gesehen. Woher kommst du… und sag mir, bist du ein Mensch?“ Rico zuckte zusammen. Die Stimme des Mädchens war hoch und hörte sich glasklar an. „Warum willst du wissen wer ich bin?“ Das Mädchen zog eine Augenbraue hoch, ließ sie im nächsten Moment aber auch wieder runter. „Du bist schön…“ Sie schloss ihre Augen und wurde ein wenig rot. Rico war verdutzt. „Ich bin nicht schön. Ich bin ein Monster mit 2 Flügeln, welches niemand mehr braucht. Abgeschoben wie ein zerbrochener Ast…“ Rico senkte den Blick und drehte dem Mädchen den Rücken zu. „Du magst dich nicht weil du anders bist, oder? Nur weil du 2 Flügel hast und stärker bist. Es ist doch egal wie du aussiehst. Und denkst du, du wärst der Einzige der nicht mehr gebraucht würde? Ich wurde nicht mehr gebraucht seitdem ich geboren wurde…“ Eine Träne lief aus den Augen des Mädchens. Sie schillerte hell, heller als Schnee. Rico drehte sich wieder zu dem Mädchen und legte ihr seine Hand auf die Schulter. Was Rico nicht bemerkte war, dass das Mädchen die Hand um den Gegenstand zusammen krampfte. Unter ihren Haaren sah er auch nicht, dass sie verschwörerisch lachte. Blitzschnell rammte sie Rico den Gegenstand in die Brust. Anschließend warf sie ihren Kopf in den Nacken und lachte laut. Dann verschwand sie wieder in den Tiefen des Waldes. Doch vorher drehte sie sich noch einmal um. „Tja, überlege nächstes Mal wen du zu vertrauen beginnst. Mein Name ist übrigens Ixanda… übersetzt heißt es umherziehende Einsamkeit. Und diese Lichtung ist mein Pfad… also verschwinde von hier.“ Dann wurde sie von der Dunkelheit des Waldes verschlungen. Ächzend sank Rico zu Boden. Der Gegenstand, Rico fühlte sich als würde seine Brust zerbersten. Er brannte wie Feuer, wie eine lodernde Flamme, die auf eine trockene Wiese gehalten wurde. Blut tropfte aus der Wunde. Rico drückte seine Hand fest gegen die Wunde und er stand langsam auf. Er torkelte und konnte kaum laufen, weshalb er anfing zu fliegen. Er suchte nach Menschen, Elfen, oder irgendjemand anderes, irgendwer musste ihm helfen. Seine Sinne waren getrübt und seine Kraft nun eingeschränkt. Er nährte sich einer Felsenkette. Seine Flügel fühlten sich schwer an, wie Blei. Langsam begann er zu sinken. Seine Augen spielten ihm Streiche. Immer und immer wieder sah er Dinge die nicht existierten. Plötzlich konnte er nicht mehr. Sein Körper war zu schwer. Er stürzte auf die Felsen zu. Die Ohnmacht überkam ihn und er schlug auf eine Sandfläche auf. Dann rutschte er einen Hang herunter und auf einem kleinen Plateau blieb er liegen.


Hyperia, Land der Vergessenen


Er lag dort, in einem Bett aus Stroh. Seine Wunden waren verbunden worden und der schwarze Gegenstand aus seiner Brust entfernt. Die Wunde war anscheinend mit Magie geschlossen worden. Neben seinem Bett aus Stroh lagen seine Feuersensen, der Stirnreif den er von Silver bekommen hatte und sein genähter, dunkelblauer Wams. Rico schlug langsam seine Augen auf. Er befand sich in einem Haus. Die Einrichtung war aus dunklem Holz. Bilder hingen an der Wand. Sie zeigten einen Drachen, der siegessicher auf einem Berg stand und auf ein Dorf sah. Rico stand auf. Er schwankte noch ein wenig, jedoch waren seine Sinne wieder schärfer als vorher. Er schaute sich noch einmal um und nahm seine Sachen vom Boden. Er streifte sich den Wams über, steckte die Feuersensen an ihren Platz und hängte sich den Stirnreif an den Gürtel. Plötzlich schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf. Wo war sein Kristall? Nach einigem suchen in diesem unbekannten Zimmer fand er ihn. Er lag in dem Strohbett. Schnell angelte Rico sich den Kristall und legte sich ihn um den Hals. Dann verließ Rico den Raum, und er fand sich auf einer Straße wieder. Es liefen nicht viele Leute vorbei. Jedoch schien dies ein Ort voller verschiedener Völker zu sein. Rico sah Elfen, Zwerge und andere Wesen die anscheinend friedlich zusammen lebten. Rico wusste noch nicht wohin er gehen sollte, also lehnte er sich an die Wand und sah ein wenig den Leuten auf der Straße zu. Sie schienen sich nicht an Ricos Schwingen zu stören. Ein Wesen lief auf Rico zu. Es war eine Frau. Sie hatte schulterlange, braune Haare und, genauso wie Rico, hatte sie Schwingen. Diese waren nicht so groß und prachtvoll wie die von Rico, jedoch ähnelten sich die beiden Flügelpaare sehr. Die ihren hatten eine braune Farbe und sahen aus wie die eines Adlers. Ihre blauen Augen schauten Rico ruhig an. „Hallo Fremder! Schön dass du endlich wach bist. Wie ist dein Name?“ Ihre Stimme ähnelte der von Xenia, sie war rein und ein wenig höher als die von anderen Frauen. Rico musterte die Frau erst noch einmal bevor er antwortete. „Ich heiße Rico. Wie ist dein Name und was bist du für ein Wesen?“ Die Frau grinste. „Mein Name ist Hiromi. Ich bin eine Harpyie. Das sind Frauen die von Geburt an Schwingen besitzen. Doch mehr interessiert mich wer du bist. Was bist du für ein Wesen? Bist du eine Harpyie? Aber normal kann das doch nicht sein… es gibt nur weibliche Harpyien!“ Rico grinste. „Ah ja, eine Harpyie also. Ich dachte immer es gäbe euch nicht. Nein ich bin keine Harpyie. Ich bin ein Dämon mit 2 Flügeln. Normal war ich ein Mensch bis dieser… ach naja lassen wir das. Es würde sowieso zu lange dauern. Wie bin ich hierher gekommen? Ich kann mir nur noch erinnern dass ich auf eine Bergkette zugeflogen bin.“ Hiromi ging auf die Straße und winkte Rico zu sich. „Wir gehen jetzt zu Zihiron. Er ist der Herrscher dieser Stadt. Wundere dich nicht über seine Gestalt. Du wolltest wissen wie du hergekommen bist? Ich habe dich unten an einem Felsplateau gefunden. Du warst von Wunden übersät. Und dieser schwarze Gegenstand in deiner Brust… woher hast du ihn? Du hast doch nicht etwa Ixanda getroffen, oder?“ Rico schlug einmal mit seinen Schwingen. Er streckte die Hände in die Taschen und lehnte seinen Kopf in seinen Nacken um in den Himmel zu sehen. „Doch… ich habe Ixanda getroffen. Sie ist hinterlistig. Woher kommt sie und wer ist sie überhaupt?“ Hiromi schüttelte nur den Kopf. „Sie ist ein armes Mädchen. Ihre Eltern haben sie verstoßen, sie wurde von einer Hexe aufgenommen und sie hat ihr viele Zauber beigebracht. Anschließend hat sie ihre Eltern getötet und wandelt seither in diesem Wald…“ Rico nickte. Sie gingen noch eine Weile bis sie vor einem großen Tor halten mussten. Hiromi öffnete das Tor mit einer Feder ihrer Schwingen, die sie geschickt in dem Schloss drehte. Hinter dem Tor befand sich ein riesiger Saal. Überall hingen Wappen. Vorhänge versteckten die nackten Felswände und Ritterrüstungen standen auf ein paar Sockeln. Auf dem Boden waren Muster eingeritzt. Überall standen Wörter. Rico bemühte sich, die verzierten Buchstaben zu lesen, jedoch hätte er mehr Zeit benötigt, ehe er einen dieser Buchstaben herausgefunden hatte. In der Mitte des Saals lag ein roter Teppich, der wahrscheinlich zum Ende desselben führte. Rico folgte Hiromi, die schon vorausgegangen war. Sie gingen minutenlang an dem Teppich entlang, ehe man das Ende des Saals sehen konnte. An der Wand stand ein riesiger Thron, der eher aussah als ob er eine Liege wäre. Darauf lag ein riesiges Wesen. Es war ein weißer Drache. Er hatte feuerrote Augen und die Enden seiner spitzen Eckzähne ragten aus seinem Maul. Sein Schweif peitschte hin und her, neben ihm standen 2 Wachen. Es waren männliche Elfen. Beide hatten ein makelloses Aussehen, so wie es bei Elfen üblich war. Als der Drache Rico und die Harpyie erblickte, hob er seinen riesigen Kopf und musterte den Dämon. Hiromi machte einen Knicks und Rico wollte sich gerade verbeugen, als Hiromi zu seinem Geist sprach. ‚Verbeug dich nicht. Du bist ihm ebenbürtig. Bleib einfach so stehen jedoch spreche respektvoll mit ihm.’ Der geflügelte Dämon blieb also stehen und sah den Drachen respektvoll an. „Meister Zihiron, das ist Rico. Er muss der angekündigte Auserwählte sein. Ixanda hat ihn mit der schwarzen Materie bestraft, genauso wie es die Prophezeiung sagt.“ Der Drache schwenkte seinen Kopf leicht hin und her, und es schien als würde er überlegen. „Hiromi erhebe dich wieder. Nun, junger Mann wie lautet dein Name?“ Die Schuppen des Drachen knarrten ein wenig bei jeder Bewegung, die er tat. „Mein Name ist Rico. Ich komme aus Attidra, einem richtig kleinem Ort weit weg von hier.“ Die Augen des Drachen funkelten. „Er ist es, Hiromi. Nun dann, junger Mann. Ich heiße dich herzlich in Hyperia, dem Land der Vergessenen, willkommen.“


Flammen der Hölle


Flammen schlugen dem Mann entgegen, der zielsicher auf dem einzigen Weg lief, den dieser Ort zu bieten hatte. Eine große Narbe über seinem rechten Auge zeigte, dass dieser Mann anscheinend ein Krieger war. Dies wurde durch sein Schwert bestätigt, welches sich an einem roten Gürtel befand, der ihm um die Hüfte hing. Es war groß, und die Schneide sah aus, als ob Flammen aus ihm schlagen würden. Er hatte eine Rüstung an. Sie war dick und schien schwer zu sein, wobei sich die Gangart des Mannes nicht sehr veränderte. Längere, hellblonde Haare schmiegten sich an sein Gesicht, welches fast ohne Makel war, nur die Narbe am Auge verunstaltete ihn. Sein Blick war gesenkt und auf den heißen Gesteinboden fixiert. Seine rechte Hand trug ein Zeichen. Es war schwarz und zeigte eine Feder.

Vor einem großen Tor blieb der junge Mann stehen. Seinem Aussehen zu urteilen, war er höchstens 21 Jahre alt. Er sah hoch hinauf. Oben auf einem Wall stand ein Elf. Er war angekettet und sein Blick hasserfüllt. „Öffne das Tor!“ Der Elf spuckte nach dem Krieger, dann drehte er an einer Kurbel um das Tor zu öffnen. Der Krieger wischte sich die Spucke des Elfen von seinem Brustpanzer. Er schien nicht verärgert zu sein. Nachdem er eingetreten war, schloss sich das Tor mit einem Krachen. „Lasst mich endlich hier raus ihr verdammten Teufel! Ich will zurück in den Wald. Ihr seid doch alle verrückt! Lasst mich raus aus der Unterwelt!“ Der Krieger sagte nichts, er ignorierte den Elf. Wieder machte er sich zielsicher auf den Weg. Wieder schlugen ihm Flammen entgegen und verbrannten die Spitzen seiner Haare. Es war die Hölle in der er lebte. Früher war er ein ganz normaler Junge. Er hatte mit seinen Eltern glücklich auf einem Bauernhof gelebt. Dann geschah es… Doch das war nur seine Vergangenheit. Er wurde in die Hölle verschleppt. Ihm wurde das Kämpfen beigebracht, doch das, was einen Menschen so sehr beflügeln konnte, das konnte dieser junge Mann nicht mehr.

„Sage ihm das ich hier bin“ Seine Stimme klang ein wenig rau. Doch wie befohlen lief der Mann in den nächsten Raum. Minutenlang stand der Krieger nur da. Er wartete, wieder mit gesenktem Blick. Seine grünen Augen schauten wach auf den Boden, in dem kleine Verzierungen eingeritzt waren. Die Tür öffnete sich und der Mann erschien wieder. „Er ist bereit dich zu empfangen.“ Der Krieger nickte kurz, dann ging er in den nächsten Raum, den Thronsaal. Die Wände bestanden aus Flammen, der Boden hatte einen Steg, unter diesem war glühend heiße Lava. Sie erhellte den Raum, weswegen er keine Lichter hatte. Auf einem Thron der in der Mitte des Raumes stand, saß ein Wesen. Sein Gesicht war verhüllt und sein Körper durch eine Rüstung bedeckt. Alles war in schwarz gehalten, und das Wesen schaute interessiert, als der Krieger den Raum betrat.

„Tori! Was willst du? Ich dachte wir hätten alles geklärt!“ Das Wesen schrie ein wenig, seine Stimme klang boshaft und erzürnt. „Ich will zurück! Ich will zurück zu meiner Familie. Ich will nicht mehr hier verweilen.“ Das Wesen lachte. „Tori! Du denkst doch nicht etwa dass ich dich gehen lasse. Außerdem sind deine Eltern tot. Einer meiner Gefolgsleute hat sie beide umgebracht. Tja, und du wirst hier bleiben!“ Tori schüttelte den Kopf. „Nein, verdammt noch einmal, ich werde nicht hier bleiben. Außerdem wenn meine Eltern tot sind, ich habe doch auch noch einen Bruder. Ich will zu ihm. Er ist doch jünger als ich. Ich will ihn beschützen.“ Tori sah dem Wesen direkt in die unverschleierten Augen. In Toris Augen sah man, dass er fest entschlossen war, diesen Ort zu verlassen. Dann drehte er sich um und lief aus der Halle. Er wusste noch nicht, wie er aus der Hölle kommen sollte aber irgendwie würde er es schaffen, da war er sich sicher. Ja, er hatte noch einen Bruder. Er war gerade geboren als Tori verschleppt wurde. Tori wusste weder Namen, noch wo er heute sein könnte, doch er war sich sicher ihn zu finden. Wieder musste Tori durch das Tor, welches von dem Elfen geöffnet wurde. „Verdammter Rabe! Lass mich hier raus! Entfessle mich und wir könnten gemeinsam zurück in unsere richtige Welt gehen, was sagst du?“ Tori schwieg, willigte aber nach einiger Zeit doch ein und befreite den Elfen aus seiner misslichen Lage. „Danke! Ich wusste du bist nicht so arrogant wie du scheinst. Dann los, wir gehen.“ Der Elf lief zielsicher auf seinen langen Beinen. Er war Tori, zu mindestens an der Größe, um einiges überlegen, jedoch schien er nicht stark. „Wohin willst du wenn du draußen bist?“ Tori schüttelte nur den Kopf. „Ich weiß es noch nicht…“ „Hm, verstehe. Du kommst einfach mit mir. Wir gehen nach Hyperia. Aber nun müssen wir uns beeilen. Wir müssen durch diese Flammenwand, dann haben wir es geschafft.“ Beide nahmen Anlauf und sprangen in die brennend heiße Flammenwand. Der Elf schrie. Sein Arm war verbrannt. Tori riss an seinem Wams ein Stück Stoff heraus und verband den Arm des Elfen, der ihn ehrfürchtig und dankbar anschaute. „D-danke!“ Wieder bekam er als Antwort nur ein Kopfschütteln von Tori. Beide verließen durch einen Tunnel die Hölle, Toris lang gehasstes Gefängnis. Seit langem sah er wieder Natur. Bäume, die sich vom Wind streicheln ließen, Blumen die hin und her wiegen, Vögel die zwitschern und die Luft, erfrischend wie Wasser. Tori atmete tief ein. Er genoss die Luft und die Sonne, die ihn in sein Gesicht schien. Er benetzte sein Gesicht mit Wasser und wusch sich den Dreck vom Gesicht. Eine Träne lief an seiner Wange herab, seit langem war er wieder glücklich… seit einer sehr langen Zeit.



Zuflucht


„Er hat was?“ Die Haare des Dämonen flogen in die Höhe als er sich schlagartig umdrehte. Der kleine Wolf schaute au den Boden. Er schämte sich dafür, Rico nicht helfen zu können. „Hm… er hat den Kristall um und ich weiß glücklicher Weise wo er sich gerade befindet. Er ist in Hyperia. Genau da werden wir jetzt auch hingehen. Komm schon Seelenwind, wir müssen uns beeilen“ Seelenwind ließ seine Schwingen erscheinen und Silver streckte sie noch einmal kurz, dann starteten beide. Sie flogen schnell, um nicht viel Zeit zu brauchen. Immer wieder ließ Silver seine Gedanken durch den Kristall fließen, damit er Rico orten konnte.

Weißt du eigentlich mehr über Ricos Vergangenheit?’ Wieder einmal war Seelenwind neugierig, außerdem wollte er die Stille, die sich zwischen ihnen ausgebreitet hatte, brechen. Silver dachte kurz nach. Schließlich schien er sich sicher zu sein. „Rico… er hat dir noch nicht gesagt, dass er einen Bruder hat, oder? Er weiß es bestimmt selber nicht mehr…“ Seelenwinds Augen blitzen auf. ‚Er hat noch eine Familie? Wirklich? Warum weiß er das denn nicht?’ Fragen über Fragen kamen aus den Gedanken des Wolfes. „Er weiß es nicht, weil sein Bruder, kurz bevor er geboren wurde, von dem Höllenfürst entführt worden ist. Keiner weiß, ob er noch lebt geschweige denn wo er lebt. Sein Name ist, glaube ich zu mindestens, Tori…“ Es sah aus, als ob Seelenwind seine Stirn runzeln würde. Sie flogen weiter und wieder war diese Stille zwischen ihnen entstanden. Seelenwind dachte über Tori nach, Silver über Rico. Dieser Junge, er hatte in kürzester Zeit seines Lebens viele Qualen durchgestanden, da war er Silver mehr als klar, dass er irgendwann alles mal herauslasen musste. Irgendwann knurrte den beiden Geflügelten der Magen und so beschlossen sie, eine kleine Pause einzulegen. Silver kümmerte sich um ein Feuer und Seelenwind war für das Essen zuständig, da er als Tier des Waldes die Verstecke von anderen Tieren wusste und ebenso die besten Plätze für Beeren und Obst. Nach einiger Zeit kehrte Seelenwind zu dem Platz zurück, wo Silver bereits ein Feuer entfacht hatte. Seelenwind hatte ein paar Fische gefangen und auch ein paar Himbeeren gefunden. Sie aßen, nicht schnell und nicht langsam. Als sie fertig waren brach die Nacht über sie herein. Ihr schwarzer Umhang legte sich über die Wälder, die dadurch gefährlicher wirkten. Nachtaktive Tiere erwachten und schenkten dem Wald eine Geräuschkulisse die einmalig war. Der nahe gelegene Fluss funkelte im Licht der Sterne und der Mond strahlte aus ganzer Pracht. Seelenwind legte seinen Kopf auf die Vorderpfoten und sah den Flammen des Feuers beim Tanzen zu. Silver hatte sich an einen Baum gelegt, den Kopf Richtung Himmel.

„Denkst du Rico hasst mich? Uns? Die Welt?“ Silver schien immer noch darüber nachzudenken. Seelenwind hob seinen Kopf und sah ihn an. ‚Warum sollte er uns hassen? Wir sind seine Freunde, seine Familie… Und ob er die Welt hasst… ich weiß nicht aber die Welt kann nichts für Ricos Schicksal. Außerdem könnte er durch seine gigantische Kraft die Erde zerstören, wenn er denn wollte. Und dies hat er noch nicht getan. Wir werden ihn doch eh bald wieder sehen. Dann wird sich zeigen, ob er seine Gefühle wieder in den Griff bekommen hat, was ich aber nicht bezweifeln möchte.’ Die Worte des Everion waren weise gewählt, wenn auch mit der Denkweise eines Kindes. Aber so sehr sich Seelenwind ausdrückte wie ein Kind, so war er auch weise und gehorsam gegenüber den Leuten, denen er vertraute. „Du hast Recht, Seelenwind. Rico hasst uns bestimmt nicht, er muss sich wahrscheinlich nur erstmal klarmachen dass er sein Leben nie mehr so führen kann, wie ein normaler Mann in seinem Alter.“ Stumm nickte Silver als er dies gesprochen hatte. Er sah noch einige Zeit in den Sternenhimmel. Er kannte die Sternbilder genau. Seelenwind war schon eingeschlafen, als auch ihm die Müdigkeit überkam. Er ließ das Feuer noch einmal richtig brennen, ehe er einschlief. Eine Schleiereule ließ ihre Schreie durch den verwinkelten Wald schallen, ein Wolf jaulte auf. Grillen spielten ihr Lied und durchbrachen die Stille, jedoch schliefen Seelenwind und Silver fest.



Familienangelegenheit


Der Kamin knisterte. Ein warmer Sonnenstrahl fiel durch das Fenster herein in einen kleinen Raum. Mit einem herzhaften Gähnen erwachte Rico. Er streckte sich und zog sich an. Schon 2 Tage waren vergangen seitdem er hier, in Hyperia, angekommen war. Er hatte den König bereits einmal gesehen und lange mit ihm geredet. Zihiron hatte ihm ein Angebot gemacht, welches ihn sehr beschäftigte. Er hatte Rico angeboten, ein Krieger in seiner Armee zu werden. Gemeinsam mit anderen Wesen wollte Zihiron den Schattenkönig zu Fall bringen. Die Idee gefiel Rico, jedoch wusste er nicht, ob er sich auf dieses Angebot einlassen sollte. Natürlich hatte es mehrere Harken. Rico sollte Zihiron, wenn notwendig, mit seinem Leben beschützen. Das würde Ricos Plan, den Schattenkönig zu töten, jedoch sehr in die Enge treiben und außerdem könnte Rico dabei sein Leben verlieren. Das wollte er nicht. ‚Ach, wenn Seelenwind doch bloß hier wäre… er könnte mir bestimmt einen guten Rat geben… aber ich habe ihn im Stich gelassen. Wie konnte ich nur so etwas tun. Ich fühle mich allein ohne ihn. Seelenwind, pass auf… ich komme!’ Rico stürzte voller Vorfreude aus dem Zimmer. Ein letzter Tritt auf die Erde und Rico flog durch die Lüfte. Er gleitete dahin, auf der Suche nach Tieren. Er hoffte, dass Seelenwind ihm gefolgt wäre. Und… tatsächlich! Er fand die geistige Ebene des Everions ganz in seiner Nähe. Lachend flog er auf den Wald zu in dem er sie geortet hatte. Er ließ sich nicht durch die Äste der Bäume aufhalten, die ihm in sein Gesicht schlugen. Seine Augen tränten wegen der Hiebe und so manches Blatt blieb in seinen Haaren hängen. „Seelenwind!“ Rico schrie freudig. Auf dem Boden angekommen war er zwar aus der Puste, freute sich jedoch riesig als er Seelenwind erblickte. Dieser sprang auf und rannte auf Rico zu. Er jaulte und bellte. Auch Silver stand auf. Sein Gesichtsausdruck war ernst, jedoch sah man, dass auch er sich freute. Seelenwind war jetzt ausgewachsen, und er hatte fast die Größe eines Pferdes erreicht. Rico wurde von ihm zum Boden gedrückt und eine nasse Zunge leckte sein Gesicht ab. ‚Hey Seelenwind! Ist doch gut du brauchst mich nicht zu waschen. Ich war erst neulich duschen. Könntest du vielleicht von mir runter gehen? Bist ganz schön schwer geworden.’ Seelenwind ging ein paar Schritte zurück und ließ Rico aufstehen. Nun kam Silver zu Rico. Als er direkt vor ihm stand, packte er Rico am Kragen und schüttelte ihn kurz. „Was fällt dir ein, Rico? Seelenwind hat mir erzählt wieso du abgehauen bist. Du denkst dass du keine Familie hast? Du liegst falsch! Du hast einen Bruder!“ Mit diesen Worten ließ er Rico los. Dieser runzelte die Stirn und versuchte seine Gedanken wieder zu sammeln. Dann schüttelte er den Kopf und sah Silver erstaunt an. „Ich habe einen Bruder? Aber das wüsste ich doch. Ich habe keinen Bruder. Nein, das glaube ich dir nicht.“ ‚Doch Rico glaub ihn. Er weiß anscheinend mehr über dich als du selbst.’ Rico kniff kurz seine Augen zusammen. „Ich habe also einen Bruder. Okay… wie heißt er denn? Wie alt ist er? Wo ist er? Und vor allem warum weiß ich nichts von ihm?“ Der 17-jährige Wuschelkopf fragte wieder einmal so viel, wie es normal Seelenwinds Art war. „Dein Bruder heißt Tori. Er ist 3 Jahre älter als du, also 21. Wo er ist kann ich dir selbst nicht beantworten…“ In Ricos Kopf wirbelten Gedanken herum, wie in einem Wirbelsturm. ‚Ich habe einen Bruder. Ich habe noch eine Familie.’ Rico freute sich und das konnte er auch nicht verbergen. Er strahlte seit langen wieder. „Du weißt nichts von ihm, weil er vor deiner Geburt entführt worden ist. Der Herrscher der Unterwelt wollte mich töten. Deine Eltern haben mich auf eurem Hof versteckt, doch er hat herausbekommen wo ich mich aufhalte. Ich habe mit ihm gekämpft und ihn schwer verwundet. Doch dann hat er sich Tori als Schild genommen. Da ich ihn nicht verletzen wollte, habe ich diesen verdammten Feigling ziehen lassen. Weder ich, noch deine Eltern haben Tori wieder gesehen. Ich hoffe nur, dass er noch lebt.“ Nun verfinsterte sich Ricos Gesicht wieder. Wieder einmal hatten Kreaturen der Hölle sein Leben kaputtgemacht. Er hasste die Hölle und eins war er sich sicher, er würde die Hölle zerstören und somit das Leid und die Qualen die sie verursachte verfliegen lassen. „Ich muss nun zurück nach Hyperia. Wollt ihr mitkommen? Ihr habt bestimmt Hunger.“ Seelenwind und Silver willigten ein und so flogen die drei nach Hyperia.


Der Ring


„Tschüss Vater! Ich komme bald wieder und vergiss nicht Rusty raus zulassen.“ Eine Tür fiel ins Schloss und das Mädchen lief einen kleinen Weg entlang, bis sie zu einem Stall kam. Sie sattelte ein schneeweißes Pferd und ritt los. Es war Xenia. Ihre Haare waren dunkler geworden und ihre Augen spiegelten Trauer wieder. Sie ritt an einem Wald vorbei, zielsicher auf das letzte der Häuser, die Ruine des Hofes wo Rico einmal gelebt hatte. Ihre Haare wehten im Wind und sie genoss die frische Meeresluft. Die Sonne schien ihr ins Gesicht, doch kurze Zeit später wurde diese von Wolken verdeckt. Sie erreichte die Ruine und sprang vom Pferd. Damit niemand merken konnte, dass Rico oder seine Eltern noch lebten, hatte sie ein Holzkreuz aufgestellt. Sie legte ein paar Blumen an das Kreuz, als ihr etwas auffiel. Vorher hatte sie es noch nicht gesehen, aber nun sah sie ihn deutlich. Sie stolperte über die Überreste des Hauses und bückte sich nach dem Gegenstand. Es war ein alter Ring. Xenia kannte diesen Ring, denn sie hatte Rico oft besucht. Er lag schon seit sie denken kann im Flur des Hauses. „Was mache ich jetzt mit dem Ring? Ich denke ich nehme ihn erstmal mit.“ Sie steckte sich den Ring an und lief zu ihrem Pferd zurück. „Fein gemacht Anny. Hast wirklich brav auf mich gewartet.“ Sie klopfte dem Pferd ein paar Mal gegen den Hals und stieg auf um zurück zu reiten. Sie ritt über die Wiesen und sah eines der Rassepferde. Es schien, als ob es Xenia und ihr Pferd zu einem Wettrennen herausfordern wollte. Xenia gab Anny die Anweisung schneller zu laufen, jedoch konnte Anny nicht mit dem Rassepferd mithalten. ‚Das ist Ricos Pferd… Ich erkenne es. Es ist tüchtig gewachsen. Wie Rico wohl jetzt aussieht? Ob es ihm gut geht?’ Xenia versuchte sich an den Namen des Pferdes zu erinnern. Rico hatte ihr den Namen einmal gesagt, jedoch musste sie sich wirklich sehr anstrengen um sich wieder an diesen zu erinnern. „Juwel! Juwel komm her!“ Das Pferd stoppte und drehte sich um. Es schnaubte zufrieden und kam auf Xenia zu, die Anny bereits zum stehen gebracht hatte. „Genau, du bist Juwel. Ricos Pferd. Ob ich dich wohl reiten darf?! Was denkst du, Juwel? Darf ich?“ Das Pferd war nicht dumm und Rico hatte ihm zum Spaß beigebracht wie ein Mensch zu antworten. Juwel nickte heftig mit seinem Kopf und schnaubte. Xenia kletterte von Anny auf den Rücken von Juwel. Das Pferd war ein wenig abgemagert und hatte auch einige Narben, aber es schien als ob es ihm gut ginge. “Los Juwel, lauf. Lauf so schnell wie du es immer mit Rico gemacht hast.“ Xenia verspürte Sehnsucht nach Rico. Eine Träne lief über ihre Wange und wurde vom Wind weggetragen. Das Pferd lief schnell und trittsicher. Anny konnte gerade so noch mit ihm mithalten. „Rico… Rico wo bist du nur? Ich vermisse dich doch so sehr. Ich will dich nur noch einmal sehen… wenigstens einmal…“ Juwel begann langsamer zu werden, bis er stoppte. Er sah hoch zu Xenia. Ein fragender Blick ließ Xenia in Tränen ausbrechen. Sie weinte ihren ganzen Kummer von ihrer Seele. Auch Anny kam angetrabt. Sie schnaubte Xenia an. Plötzlich fing der Ring an zu leuchten, den sich Xenia an ihren Finger gesteckt hatte. Eine Illusion erschien aus dem Ring. Xenia wischte sich die Tränen weg und sah die Figur an. Es war ein Mensch. Ein kleiner, höchstens 2 Jahre alter Junge war zu sehen. Er hatte längere, hellblonde Haare und irgendein Zeichen auf seiner rechten Hand. Er lachte. ‚Wer ist denn das? Rico ist es nicht, der hatte schon immer dunkle Haare. Aber wer soll es dann sein?’ So blieb Xenia einige Zeit in ihren Gedanken und überlegte wer dieser kleine Junge sein könnte. Aber als sie schließlich aufgab, weil sie sich die Frage nicht beantworteten konnte ritt sie zurück nach Hause. Zu ihrem Vater, zu ihrem geliebten Hund, zu ihrer Familie. Die Illusion war auch verschwunden. Die Sonne verschwand langsam auf dem Meer. Der Himmel färbte sich rötlich und die Vögel sangen ihr letztes Lied. Dann brach langsam die Nacht herein.




Des Königs getreuer Berater


„Rico! Ich hab dich schon gesucht.“ Die 16 jährige Harpyie kam angelaufen. „Wer sind denn deine Freunde? Oh…“ Sie verbeugte sich vor Silver. „Meister Flederflügel. Willkommen zurück.“ Rico runzelte die Stirn. „Steh schon auf Hiromi. Du weißt wie sehr ich das von dir leiden kann. Wie geht er Zihiron?“, fragte Silver mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Hiromi stand auf und nickte. „Es geht im gut. Ach übrigens Rico, Zihiron möchte dich sprechen.“ Rico nickte. Seelenwind ließ seine Flügel verschwinden. ‚Rico? Ich habe eine Idee. Wenn wir irgendwann mal kämpfen müssen, kannst du ja auf meinen Rücken klettern. Ich bin schneller als ein Pferd und viel stärker. Was hältst du davon?’ Seine Augen funkelten, der treue Blick eines Hundes ruhte auf Ricos Gesicht. ‚Wie kommst du denn jetzt auf kämpfen? Aber wenn es wirklich dazu kommen sollte können wir es mal probieren…’ Hiromi und Silver waren schon losgegangen, was Rico erst jetzt bemerkte. Um nicht rennen zu müssen, breitete er seine Schwingen aus und flog ihnen hinterher. Seine Flügelschläge waren sehr leise, fast lautlos. Die pechschwarzen Federn bogen sich in der Luft ein wenig. Kräftige Muskeln bewegten die Schwingen auf und ab. Ganz anders waren die Schwingen von Hiromi. Sie waren kleiner, zierlicher und in braun gehalten, was an einen Adler erinnerte. Rico mochte Hiromi sehr, sie waren sehr gute Freunde geworden.

Rico landete unmittelbar neben Silver um mit ihm zu reden. „Sag mal Silver, warum hat dich Hiromi Meister Flederflügel genannt?“ Nicht sonderlich erstaunt über diese Frage drehte Silver sich zu Rico. „Ich kenne Zihiron schon sehr lange. Hab ihm einmal geholfen, daher habe ich diesen Namen, er kannte meinen Namen noch nicht und hat mich deshalb nach meinen Schwingen benannt.“ Sie erreichten das Tor, in welchen nun Hiromi wieder mit ihrer Feder drehte, bis es aufsprang. Doch als sie den Saal gerade betreten wollten, kam ihnen Zihiron mit seinen 2 Leibwachen entgegen. Seine Augen blitzen auf, als er Silver erblickte. „Silver, mein Freund. Was treibt dich nach Hyperia?“ Silver wiegte seinen Kopf hin und her, als er antwortete. „Ich bin nur wegen Rico hier. Du weißt ganz genau wie ich zu dir stehe. Und nenne mich bitte nicht deinen Freund.“ Das schien dem schneeweißen Drachen nicht zu gefallen. Er knurrte kurz. „Du bist immer noch sauer? Ich dachte nicht, dass es dir so nahe gehen würde.“ Rico verstand nicht, was vorgefallen war, jedoch wollte er die Feindschaft nicht weiter vorantreiben, weswegen er auf ein anderes Thema zu sprechen kommen wollte. „Zihiron? Dein Angebot… ich lehne es ab. Ich will kein Soldat deiner Armee werden. Ich werde meine Pläne weiter verfolgen.“ Zihiron sah Rico scharf an. „Was willst du dann noch hier? Ich werde nicht dafür sorgen, dass du hier in Hyperia ein unbeschwertes Leben genießen kannst. Also… weg mit dir!“ Rico machte keine Anstalten sich zu bewegen, weswegen Zihiron nun seine Wachen auf ihn losjagte. Die Elfen gehorchten ihm aufs Wort und fingen an, mit ihren Lanzen nach ihm zu schlagen. Rico hatte für die Bemühungen der Elfen nur ein müdes Lächeln übrig hatte. Er wich den Schlägen geschickt aus. „Zihiron?“ Die Stimme von Silver war ernst. „Du kannst ihn mit deinen Leibwachen nicht besiegen. Er ist zu stark.“ Der Drache wandte seinen Blick nicht von dem kämpfenden Rico. Hiromi sah gespannt dem Kampf zu. Ihr gefiel Rico. Die orangenen Augen passten perfekt zu seinem braunen Haaren. Sein Gesicht war makellos, seine Haare gut geschnitten, jedoch immer noch lang genug um seine Ohren zu verdecken. Er war schlank und hatte jede Menge Kraft. Hiromi war schon länger in ihn verliebt, jedoch sagte sie ihm nichts davon. Sie dachte, dass Rico es irgendwann noch selber merken würde, was Rico allerdings nicht tat. Er sah Hiromi nur als gute Freundin an.

Rico flog auf die beiden Elfen zu und entwaffnete sie mit einem Schlag seiner Feuersensen. Dann landete er unmittelbar neben ihnen und grinste. „Na, wollt ihr noch mehr?“ Die Elfen sahen angsterfüllt aus und schüttelten abrupt die Köpfe. „Buh!“ Rico schlug seine Arme in die Höhe und die 2 Elfen flohen vor ihm, was Rico sichtlich Spaß bereitete. Nun setzte Zihiron sich in Bewegung. Er speihte Feuer nach Rico, dieser Wich nach oben aus und sah den Drachen scharf an. „Kämpfe mit mir, schwarze Geflügelter.“ Rico stutzte. „Ich soll mit dir kämpfen? Aber warum das denn?“ Zihiron sagte nichts weiter, sondern fing an Rico zu attackieren. Dieser wich den Schlägen der scharfen Klauen Zihirons erst einmal aus. „Okay, du scheinst es nicht anders zu wollen. Dann kämpfe ich eben mit dir, aber denke nicht ich würde dich anders behandeln als meine Feinde.“ Mit einem Glühen in den Augen schnappte Rico sich seine Feuersensen und ließ mit einem Zauber richtige Flammen aus deren Schneide schlagen. Dann ließ er seine Rüstung wie aus dem Nichts erscheinen und fügte sie zusammen. Er stellte sich in die Kampfposition und beschoss Zihiron mit Zaubern. Dieser konnte den Zaubern gerade so noch ausweichen und speihte Feuer nach seinem Gegner. Eine riesige Wasserwand schnellte aus dem Boden hoch und Rico genoss den Anblick, den ihm sein Gegner bot. ‚Er ist nicht sehr stark. Aber soll ich ihn töten? Nein, das wäre nicht das richtige. Ich werde ihn nur besiegen um ihn ein wenig zu demütigen…’ Zihiron strengte sich immer mehr an, jedoch konnte er Rico so gut wie nichts anhaben. Ständig erschuf sich Rico neue Schutzschilder, sodass alle Attacken von dem riesigen, weißen Drachen ins Leere gingen. Außer Puste landete Zihiron unmittelbar vor Rico. „Hast du genug, König von Hyperia?“ Zihiron sah verärgert aus. Wie aus dem Nichts griff er Rico noch einmal an. Der Dämon war darauf nicht gefasst, weshalb ihn der weiße Drache zu Boden drückte. „Jetzt hab ich dich, elende Krähe.“ Rico grinste schelmisch, dann zog er eine der Sensen und schlug nach Zihirons Hals, er traf. Der Drache schreckte zurück und brüllte laut. Blut tropfte aus der tiefen Wunde. „Gut reagiert, du Rabe. Du hast gewonnen.“ Er ging zurück und verbeugte sich vor Rico. Die Rüstung des Wuschelkopfes verschwand und er steckte seine Sensen weg. ‚Seelenwind? Kannst du ihn bitte heilen?’ Der Wolf ging auf den Drachen zu, behielt ihn immer im Blick. Dann senkte er den Kopf und berührte die Wunde mit seiner Nasenspitze. Kleine Energiebälle entstanden, sie schimmerten wie lauter kleine Kristalle und funkelten in allen möglichen Farben. Die Wunde schloss sich genauso schnell wie sie entstanden war, noch nicht einmal eine Narbe blieb zurück. Der Drache ging zurück. „Woher kannst du zaubern, Wolf. Du bist doch wohl kein Everion, oder? Aber normal sind das doch Pflanzenfresser…“ Der Wolf schaute den Drachen an. Die Augen der beiden glühten vor Entschlossenheit und es sah aus, als ob sich die beiden Tiere einen Moment später aufeinander stürzen wollten, was sie jedoch nicht taten. Es war Hiromi die nur einen Augenblick später die Stille zwischen den verschiedenen Wesen brach. Sie fiel Rico von hinten um den Hals. „Ist alles in Ordnung bei dir? Hast du dich verletzt?“ Sie schien sehr besorgt zu sein. Rico wirkte überrascht, als Hiromi ihn fest an sich drückte. ‚Ich… ich liebe dich, Rico… kannst du mich verstehen?’ Rico schloss seine Augen und drehte sich langsam um. Er packte Hiromi sehr sanft an ihren Schultern und sah ihr eindringlich in die Augen. ‚Ich verstehe dich, Hiromi. Aber ich kann deine Gefühle dennoch nicht erwidern. Meine Pläne erlauben es mir nicht und außerdem wirst du nie mehr für mich sein, als eine sehr gute Freundin. Versteh mich nicht falsch… Aber ich würde auch viel länger leben als du. Ich kann bis zu 5000 Jahren alt werden und die ganze Zeit ohne die, die ich liebe würde ich nicht aushalten. Lass uns nur gute Freunde bleiben…okay?’ Hiromi fing an zu weinen. ‚Aber was soll ich denn machen? Bisher haben mich alle abgewiesen und du bist der einzige den ich noch liebe. Wenn du mich nicht willst dann sag es doch direkt und eine Freundschaft mit dir will ich auch nicht mehr…’ Sie riss sich los und rannte erst ein Stück, danach breitete sie ihre Flügel aus und fing an zu fliegen. „Hiromi! Warte doch!“ Rico wollte gerade los rennen als sich einer der Zähne von Zihiron in seinem Wams bohrte. „Bleib hier. Du musst ihr jetzt Zeit geben. So etwas hat sie bei dem Letzten den sie geliebt hat auch gemacht…“ Nach einiger Zeit ließ Rico nach und schaute Hiromi hinterher, bis sie am Horizont verschwunden war.


Der Letzte der Bergelfen


Die Steine knirschten unter den harten Stiefeln eines Elfen. Neben ihm lief ein Mensch, Tori. Er und der Elf waren auf dem Weg nach Hyperia, weil Tori nicht wusste, wo er mit der Suche nach seinem Bruder anfangen sollte. Der Elf, er hieß Anchoro, war ein Bergelf. Diese besondere Rasse der Elfen hatte eine gräuliche Haut, sie waren jedoch genauso makellos wie andere Elfen. Er war auch derjenige, der mit Tori aus der Hölle geflohen war. „Woher kommst du eigentlich, Tori?“ Beide Wesen hatten sich inzwischen angefreundet, da sie schon fast eine Woche lang zusammen reisten. Tori war jedoch immer noch schweigsam, was Anchoro aber nicht viel ausmachte. „Ich komme aus einem Dorf, es heißt Attidra. Der Höllenfürst hat mich entführt als ich 3 Jahre alt war…“ Der Blick des Mannes fiel auf den Weg. Viele Spuren waren zu sehen, allesamt in den weichen Boden eingedrückt. „Kannst du dich noch an deine Familie erinnern?“ Tori schüttelte den Kopf. „Nein, nicht mehr gut. Es sind schließlich 18 Jahre vergangen.“ Anchoro steckte seine Hände in die Hosentaschen und schaute in die Baumwipfel, die sich über ihnen, durch eine leichte Brise, bewegten.

Der Elf sah noch nicht sehr alt aus. Seine braunen Augen strahlten viel Ruhe aus und seine Stimme war ziemlich weich. Er war größer als Tori, jedoch sah er schwächer aus. Nun war es jedoch Tori der etwas sagte. „Meinst du jemand könnte mir auf der Suche nach meinem Bruder helfen? Allerdings weiß ich nichts über ihn. Wenn ich doch nur Silver finden könnte…“ Die Augenbrauen des Elfen schossen nach oben. „Silver? Der Dämon mit den ledernen Schwingen? Silberne Haare, gelbe Augen, ziemlich schlank?“ Der Elf strahlte über sein ganzes Gesicht. „Ja, woher kennst du ihn?“ Tori schien ziemlich überrascht. „Er war mal der Berater von Zihiron, dem König über Hyperia. Da Bergelfen, wie ich, ziemlich robust gegen sämtliche Angriffe sind, war ich einmal eine der Wachen des Königs. Aber heute gibt es keine anderen Bergelfen mehr. Ich bin der Letzte. Sie wurden alle bei einem Angriff getötet und selbst ich entkam dem Tod nur knapp. Aber das ist schon länger her, so ungefähr 30 Jahre. Die ganze Stadt Mouri wurde zerstört.“ „Was? Du siehst gerade mal aus, als ob du 17 wärst… wie alt bist du denn Anchoro?“ Der Elf grinste. „Ich bin 51 Jahre alt. Das ist eine Besonderheit der Bergelfen. Wir altern einfach nicht so schnell und können deswegen länger leben als Menschen.“ Tori sah den Elfen fast abartig an. „Du scheinst schon so um die 20 Jahre alt zu sein, oder Tori?“ Er nickte zustimmend und zeigte mit seiner Hand noch einen Finger nach oben, um zu zeigen dass er 21 Jahre alt war. „Komm schon, wenn wir uns beeilen können wir noch heute Hyperia erreichen. Dann brauchen wir nicht schon wieder unter freien Himmel zu schlafen, auch wenn das gar nicht so schlecht ist.“

Ein Krachen war zu hören. Sie hatten schon einen ziemlich langen Weg zurückgelegt als plötzlich ein paar Räuber vor ihnen auftauchten. Sie sahen ziemlich verwahrlost aus, als ob sie sich nie waschen würden und nur von Dreck leben würden. Einer der Räuber trat hervor aus der Menge, die aus 8 Leuten bestand, darunter auch eine Frau. Sie passte nicht zu der Truppe, da sie eher wie eine wohlhabende Frau angezogen war. Auf ihrem Gesicht lag ein Ausdruck der Angst. Der Mann, der aus der Menge hervor trat verschränkte seine Arme. „Wir sind Räuber. Entweder gebt ihr uns euer Geld oder ihr bezahlt diesen Überfall mit eurem Leben“ Anchoro sah ziemlich verschreckt aus, jedoch schien er entschlossen zu kämpfen. Tori sah die Räuber an und musterte jeden Einzelnen von ihnen. „Dann versucht doch einmal unser Leben als Bezahlung zu nehmen.“ Mit einem schnellen Griff zog Tori das Schwert aus seinem Gürtel. Es war lang, lief vorne zu einer Spitze zusammen und hatte einen verzierten Griff. Anchoro besaß kein Schwert, jedoch schien er ein paar Zauber zu kennen. Er hielt einen glühenden Feuerball in seiner Hand. „Los, auf sie und haltet das Weib fest. Sie soll uns nicht entkommen.“ Die Männer gehorchten und rannten auf Tori zu. Dieser jedoch faltete seine Hände und schloss seine meeresgrünen Augen. ‚Verzeih mir meine Taten. Verzeih diesen Seelen. Verzeih mir schwarze Feder’ Schlagartig öffnete er seine Augen wieder und rannte den Räubern entgegen. Diese schienen ziemlich irritiert zu sein, sie blieben fast stehen. Tori fasste sein Schwert fester und stellte es in eine senkrechte Position. Er enthauptete einige der Räuber. Anchoro schoss ein paar Feuerbälle auf die Verbliebenen, die einzigen Überlebenden waren der augenscheinliche Anführer und die Frau. „Wer zum Teufel seid ihr?!“ Der Anführer zitterte und schien fassungslos. Tori schritt auf ihn zu. „Nutze nie des Teufels Namen wenn du ihn nicht kennst…“ Er steckte sein Schwert weg und betrachtete den Mann. Nun trat auch Anchoro neben ihn. Er musterte den Räuber. „Warum tust du das? Wir sollten dich normal für deine Taten bestrafen, aber für heute haben wir genug getötet. Los, verzieh dich!“ Das ließ sich der Räuber nicht zweimal sagen. Schnurstracks rannte er zurück in den Wald.

„W- wer seid ihr?“ Die Frau war ziemlich verschreckt. Anchoro trat näher zu ihr. „Miriam? Bist du es? Na, erkennst du mich nicht mehr? Ich bin es, Anchoro.“ Plötzlich schlang die Frau ihre Arme um den grauen Elf. „Bring mich bitte nach Hause. Ich will nicht mehr hier sein, ich will zurück zu Zihiron!“ Der Bergelf tröstete Miriam, bis sie aufhörte zu weinen. Tori trat zu ihnen, als Anchoro sie aus seinen Armen löste. Seine Hand schnellte in die Höhe. „Na dann… auf nach Hyperia!“

 

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 {= Fortsetzung folgt =}

 

little rico luv




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